ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2009Der Hausarzt: Zurück zur alten Regel
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. . . Noch vor einiger Zeit gab der gesetzlich versicherte Patient den Krankenschein seinem Arzt, meist dem Hausarzt. Dieser überwies gegebenenfalls zu anderen Ärzten, die dann zum Bericht an ihn verpflichtet waren. Im nächsten Quartal konnte der Patient einen anderen Arzt wählen. Abgesehen von der obligatorischen Lotsenfunktion des Primärarztes, war die Arztwahl des Patienten frei. Ich habe nie verstanden, warum man dieses Verfahren aufgegeben hat.

Als noch die alte Regel galt, haben wir in einer Diagnostik-Klinik viele Fälle mit ungeklärten diagnostischen Problemen untersucht, private wie auch GKV-Patienten. Die GKV-Patienten waren in aller Regel hausärztlich gut geführt, die Befunde medizinisch korrekt und vollständig dokumentiert, und ihre Leiden waren zumeist wirklich problematisch und diagnostisch schwer zu klären. Viele Privatpatienten, die ihre Spezialisten ohne hausärztliche Beratung wählten, oft ohne den einen vom anderen wissen zu lassen, waren weniger gut ärztlich geführt, medizinisch nicht so korrekt erfasst und demzufolge oft nur scheinbar diagnostisch unklar.

Unsere damaligen Erfahrungen sprechen für die – jetzt von vielen Seiten postulierte – Notwendigkeit der koordinierenden und beratenden Hausarztfunktion.

Warum fällt es so schwer, in der GKV zum alten Verfahren zurückzukehren? Es funktioniert ohne -spezielle vertragliche Bindungen, Prämien und dergleichen und mit adäquater Wahlfreiheit für den Patienten: Er kann – die Überweisung durch den Hausarzt vorausgesetzt – jeden Vertragsarzt aufsuchen und, wenn er unzufrieden ist, nach Quartalsende den Primärarzt wechseln.
Prof. Dr. Klaus-Dieter Scheppokat, Brinkstraße 17, 30989 Gehrden
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