ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2009Studie: Gesundheitsinformationen im Internet

SUPPLEMENT: PRAXiS

Studie: Gesundheitsinformationen im Internet

Dtsch Arztebl 2009; 106(50): [2]

Krüger-Brand, Heike E.

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Wer in Gesundheitsfragen surft, möchte trotzdem eine fachliche Absicherung der Ergebnisse. Foto: dpa
Wer in Gesundheitsfragen surft, möchte trotzdem eine fachliche Absicherung der Ergebnisse. Foto: dpa
Gesund­heits­portale spielen für die Gesund­heits­information der Bundes­bürger eine zentrale Rolle. Bei den Internet­nutzern haben sie den Arzt mittlerweile sogar von Platz 1 der in den letzten zwölf Monaten am häufigsten genutzten Informations­quellen zu gesund­heitlichen Themen abgelöst. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach fachlicher Autorität und persönlichen Gesprächen in Gesund­heits­fragen aber weiterhin hoch. Das ergab die Studie „Health Care Monitoring 2009“ des Marktforschungs- instituts YouGovPsychonomics AG, bei der 2 000 Internetnutzer ab 16 Jahren repräsentativ befragt wurden.

Danach haben sich 79 Prozent der Surfer im Netz über gesundheitliche Themen informiert, 72 Prozent beim Arzt, 64 Prozent in Apothekenzeitschriften und jeweils rund 60 Prozent in Gesundheitssendungen im Fernsehen, in Mitgliederzeitschriften der Krankenkassen sowie in Tageszeitungen oder Zeitschriften. Mit deutlichem Abstand folgen persönliche Gespräche mit Apothekern und den Krankenkassen.

Ein Drittel der Internetnutzer informiert sich dabei regelmäßig und zielgerichtet im Netz über gesundheitsrelevante Themen; die Hälfte beschäftigt sich eher „zufällig“ damit. Grundsätzlich wenig Interesse an solchen Themen zeigen nur 15 Prozent aller Internetnutzer.

Zusätzlich wurden die Teilnehmer der Studie auch hinsichtlich Bekanntheit, Sympathie, bevorzugter Nutzung und unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen von 54 deutschsprachigen Gesundheitsportalen befragt. Top 5 der bekanntesten Gesundheitsportale sind der Studie zufolge derzeit die Webseiten „apotheken-um schau.de“, „docmorris.de“, „apothe ken.de“ sowie „gesundheit.de“ und „netdoktor.de“. Am beliebtesten („erste Wahl“) sind „netdoktor.de“, „apotheken-umschau.de“, „gesund heit.de“, „apotheken.de“ und die Website „bmg.bund.de/gesundheit“ des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums. Den zuletzt genannten Gesundheitsportalen wird zugleich auch das höchste Maß an Seriosität zugesprochen. (Ergebnisübersicht: www.psychonomics.de/filemanager/downlo ad/2210)

Die Umfrage ergab außerdem, dass nach der Informationssuche bei vielen Usern häufig ein Gefühl der Verunsicherung zurückbleibt. Rund die Hälfte der Internetnutzer wünscht sich daher eine unabhängige Instanz, die ihnen die Informationen aus dem Internet bestätigt. Zu den mit Abstand wichtigsten Qualitätskriterien von Gesundheitswebsites zählen daher Quellenangaben, ausgewiesene Expertenaussagen und Verweise zu anderen relevanten Informationsquellen. KBr
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