SUPPLEMENT: PRAXiS

Software: OpenOffice in der Arztpraxis

Neumann, Claudia

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LNSLNS Das kostenfrei aus dem Internet herunterladbare Textverarbeitungsprogramm hat sich zu einer ernsthaften Alternative zum kommerziellen Produkt des Marktführers gemausert.

Foto: iStockphoto
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Eine gute Textverarbeitung ist für Arztbriefe und geschäftliche Korrespondenz unerlässlich. Es muss aber nicht Microsoft Word sein. OpenOffice, unter http://de.openoffice.org aus dem Internet kostenfrei herunterzuladen, hat sich zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten entwickelt, auch wegen der Unterstützung des quelloffenen Standards „Open Document Text“(ODT)-Format (siehe Empfehlungen des BSI: „Wahl geeigneter Datenformate“, www.bsi.bund.de/cln_136/ContentBSI/grundschutz/kataloge/m/m04/m04134.html).

Wer mit der Software arbeiten will, wird zwar ähnliche Funktionen wie in MS-Word finden. Vieles muss jedoch anders gehandhabt werden. In OpenOffice wird mit Dokumentvorlagen gearbeitet, in denen Formatierungen für Überschriften, Fließtext, Absätze und Seitenformate festgelegt werden. Diese Dokumentvorlagen können bereits den Briefkopf mit Absender und Fußzeilen enthalten. Logos oder ein Wasserzeichen lassen sich einbetten. Die aus Word bekannten Textbausteine heißen hier „Autotext“ und können ebenso eingesetzt werden.

Die Ausgangskonfiguration der Autokorrektur macht bei der Arztbriefschreibung mehr Probleme, als sie löst. Daher sollten unter Extras/Autokorrektur zunächst sämtliche Kreuzchen unter dem Reiter „Optionen“ entfernt werden, damit ungewollte Korrekturen unterbleiben. Die durchdachte Nutzung dieser Funktion kann immer wiederkehrende medizinische Ausdrücke aus Kürzeln ersetzen lassen. So könnte man etwa festlegen, dass „phsc“ in „Periarthropathia humeroscapularis“ umgewandelt wird. Die automatische Rechtschreibprüfung kann sowohl direkt bei der Eingabe mitlaufen oder als Kontrolle des fertigen Arztbriefes durchgearbeitet werden. Dabei können verschiedene Wörterbücher eingesetzt werden (siehe http://de.openoffice.org/spellcheck/about-spellcheck-detail.html).

Die Autovervollständigung schlägt bekannte Ausdrücke beim Schreiben vor. Mit Makros lassen sich immer wiederkehrende Befehlsfolgen aufzeichnen und einer Tastenkombination zuordnen. Kompliziertere Abläufe werden über die Java-Programmierschnittstelle oder über OpenOffice.Basic gesteuert.

Mit dem Programm lassen sich Texte, Tabellen und Datenbanken in verschiedenen Formaten lesen und speichern, auch sämtliche Microsoft-Formate (wie doc, xls). Text kann als PDF- oder HTML-Datei exportiert werden. Tabellen können im Text oder in einer eigenen Tabellenkalkulation erstellt werden und Bilder, Formeln und andere Elemente in den Text eingefügt werden. Mit dem zu OpenOffice gehörenden Programm „Impress“ können Präsentationen ähnlich den Powerpoint-Präsentationen erstellt werden.

Hilfen im Netz
Eine ausführliche Hilfe auch in deutscher Sprache unterstützt die Einarbeitung. Wie bei OpenSource-Projekten üblich, findet man weitere Hilfen im Internet:

http://de.openoffice.org/doc – die Dokumentation
http://de.openoffice.org/doc/faq – die „frequently asked questions“, eine Sammlung häufig gestellter Fragen in deutscher Sprache
http://de.openoffice.info – das Forum, in dem zu den verschiedenen Programmen von OpenOffice Fragen gestellt werden können
www.ooodev.org/literatur.html – eine Zusammenstellung aktueller Einführungsbücher.

An OpenOffice können aus anderen Programmen Daten übergeben werden. So übergibt etwa das Praxisprogramm „APW-Wiegand“ (www.apw-wiegand.de) Patienten- und Überweiserdaten in eine Dokumentvorlage. Der fertige Arztbrief kann anschließend der Patientenkartei zugeordnet werden.
Dr. med. Claudia Neumann,
E-Mail: neumann@apw-wiegand.de
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