ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2009Langzeitarchivierung: Sensible Patientendaten schützen

SUPPLEMENT: PRAXiS

Langzeitarchivierung: Sensible Patientendaten schützen

Montag, Tobias

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Die Pflicht zur Langzeitarchivierung, strenge Datenschutzrichtlinien und die zunehmende Vernetzung im Gesundheitswesen stellen niedergelassene Ärzte vor die Aufgabe, gleichzeitig mehr Informationen vorzuhalten und diese besser zu schützen.

Wie alle Selbstständigen und Freiberufler kämpfen auch Ärzte seit einigen Jahren mit stetig steigenden Anforderungen an IT-Equipment und Datenmanagement. Auf der einen Seite sind sie per Gesetz verpflichtet, Patientenakten und Abrechnungsunterlagen bis zu zehn (in Einzelfällen bis zu 30) Jahren vorzuhalten und während dieser Zeit gegen unbefugte Zugriffe zu schützen. Auf der anderen Seite haben sowohl die Reformen im Gesundheitswesen als auch die allgemeine technische Entwicklung dazu geführt, dass sich die Praxisnetze immer stärker öffnen: Kaum ein Mediziner möchte auf die Recherche in Online-Datenbanken verzichten, und die elektronische Überweisung an den Fachkollegen gehört mittlerweile vielerorts zum Alltag.

Für viele Niedergelassene stellen sich damit gleich mehrere Fragen, nämlich erstens, ob die vorhandene Hardware den Ansprüchen genügt, und zweitens, ob die bestehenden Schutzmechanismen ausreichen. Muss beides verneint werden, so ist drittens zu klären, wie sich die Praxis-EDV schnell und sinnvoll an aktuelle Erfordernisse anpassen lässt.

Erste Analysen zeigen häufig, dass zunächst die Datensicherungs- und Archivierungslösungen den hohen Ansprüchen nicht genügen: Zwar werden sämtliche Informationen zu Patienten und Therapien in einer zentralen Datenbank vorgehalten, auf die alle Rechner im Praxisnetz zugreifen können. Die Speicherkapazität dieser Systeme (bei denen es sich teils auch um umgenutzte PCs handelt) ist jedoch oft zu knapp bemessen, sodass sich ein Umzug auf ein sogenanntes NAS – einen zentralen Netzwerkspeicher mit bis zu acht Terabyte Plattenplatz – empfiehlt. Dies ist besonders dort sinnvoll, wo viel mit bildgebenden Verfahren gearbeitet wird und dementsprechend zahlreiche große Dateien aufzubewahren sind. Ein weiterer Vorteil der auch als „Datenwürfel“ bezeichneten NAS-Geräte besteht darin, dass sie grundlegende Sicherungs- und Schutzfunktionen, wie beispielsweise automatisches Back-up oder den Zugriffsschutz per Passwort, in vielen Fällen gleich mitbringen, sodass bereits ein grundlegendes Schutzniveau gegeben ist. Viele Ärzte haben diesen Umstieg bereits erfolgreich absolviert.

Der elementare Schutz wird indes in etlichen Fällen nicht oder zumindest nicht sehr lange hinreichen. Denn mit der fortschreitenden Digitalisierung des Praxisalltags, die durch Projekte wie die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte noch gefördert wird, erscheinen bewährte Schutzmaßnahmen wie die Trennung internetfähiger Rechner vom restlichen Praxisnetz gleichermaßen altmodisch wie unwirtschaftlich. Das schlägt sich selbst in den bislang eher konservativen Datenschutzempfehlungen von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung nieder, die seit 2008 nicht mehr auf dieser Vorgabe bestehen, aber die Einführung gleichwertiger Schutzmaßnahmen fordern. Benötigt werden daher integrierte Sicherheitslösungen wie zum Beispiel die „Open Security Suite“ von Kaspersky Labs. Sie bringen sämtliche auch vom Einzelplatzrechner bekannten Schutzfunktionen – Firewall, Antivirensoftware, Spam- und Phishing-Filter sowie Intrusion Prevention – unter einem Dach zusammen, sind netzwerktauglich und lassen sich auch von EDV-Laien sinnvoll und in der Regel problemlos handhaben. In ihrer Basisausführung sind diese Pakete meist auf eine Umgebung mit fünf Rechnern und einem Server zugeschnitten und bieten damit für viele Praxen bereits ein akzeptables Schutzniveau, das auch schärferen Anforderungen genügt. Tobias Montag
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