ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 5/2009Investmenttrends: Auf die richtige Branche setzen

SUPPLEMENT: PRAXiS

Investmenttrends: Auf die richtige Branche setzen

Jobst, Peter

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LNSLNS In den 50er- und 60er-Jahren war sie bereits einmal Standard. Jetzt gewinnt sie wieder an Bedeutung: die langfristige Geldanlage in Aktien. Neben der Bewertung etwa nach den Kennziffern aus der Bilanz spielen dabei die Zukunftserwartungen eine entscheidende Rolle.

Foto: Fotolia
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Überblickt man das globale Geschehen, werden zwei Aspekte deutlich: 1. Die Menschen werden immer älter, aber keineswegs gesünder. 2. Vor allem in den asiatischen Staaten herrscht nach wie vor eine wirtschaftliche Aufbruchstimmung – mit allen Konsequenzen für das Einkaufsverhalten, die Lebenserwartung und die Umwelt. Die Trends sind damit schnell abgesteckt:

Sehr gute Perspektiven hat die Pharmaindustrie. Mit neuen Arzneimitteln sollte sie in absehbarer Zeit viele heute noch unheilbare Krankheiten besiegen können und auch die Lebensqualität im Alter verbessern. Zudem wächst weltweit die Zahl der Menschen, die sich Medikamente leisten können. Aber: Zahlreiche Patente auf Wirkstoffe laufen in wenigen Jahren aus; die Produktpipeline vieler Firmen ist nur mäßig gefüllt. Entsprechend wichtig ist die selektive Auswahl der Aktien, vorzugsweise nach einem Blick in die Jahresabschlüsse der Unternehmen. Aber auch eigene Erfahrungen aus dem ärztlichen Berufsalltag können dazu beitragen, chancenreiche Werte zu finden.

Gewinner Nummer zwei ist die Finanzbranche. Denn mit steigender Lebenserwartung steigt der Bedarf an maßgeschneiderten Anlage- und Finanzierungslösungen. Zudem lassen sich etwa in Asien ganz neue Märkte erschließen (Stichwort: Mikrokredite). Aber auch Versicherer sollten von dieser Entwicklung profitieren. Gerade das heute immer noch gedrückte Kursniveau kann sich in einigen Jahren als attraktives Einstiegsniveau erweisen. Auch hier ist gezieltes Auswählen oberstes Gebot. Nicht der kleine Nischenanbieter oder die hierzulande unbekannte amerikanische Bank sind die optimalen Investments, sondern die „Großen“ der Branche, deren Entwicklung jedermann problemlos beobachten kann.

Den dritten Rang unter den potenziellen Profiteuren absehbarer Entwicklungen nimmt der Bereich Rohstoffe ein, der sich vom Öl bis in den Sektor Landwirtschaft erstreckt. Ein starkes Wirtschaftswachstum braucht Rohstoffe. Die steigende Weltbevölkerung ist auf mehr Nahrungsmittel angewiesen, und die Nachfrage nach Qualität steigt weiter. Auch hier sollten vornehmlich Papiere von Unternehmen gewählt werden, die eine Marktbedeutung haben und durch ihr weltweites Engagement auch lokalen Krisen trotzen können.

Als weiterer zukunftsträchtiger Bereich ist die Infrastrukturbranche zu nennen. Nicht nur, dass der Wirtschaftsboom in Asien neue Transportwege, Kommunikationsnetze und Entsorgungsmöglichkeiten braucht. Auch in den westlichen Ländern herrscht ein steigender Bedarf, etwa im Bereich der Sanierung von Straßen, Brücken oder Rohrleitungen. Zu den potenziellen Gewinnern zählen hier unter anderem die international aktiven Baukonzerne, aber auch Anbieter spezieller Maßnahmen, etwa dem Kraftwerkbau.

Schließlich spielt auch der Bereich Energieversorgung in den kommenden Jahren eine zunehmend wichtige Rolle. Dabei geht es weniger um die Versorgung etwa der westeuropäischen Märkte, die weitgehend die Sättigungsgrenzen erreicht haben, sondern um die Erschließung internationaler Wachstumsmärkte. Aber auch der Umweltgedanke gewinnt stark an Bedeutung.

Gerade die Energieversorgungssparte zeigt jedoch, wie nah Chancen und Risiken oft nebeneinander liegen. Noch vor einem Jahr priesen die Politiker den Segen der Biogasanlagen; allein in Bayern stellten mehr als 1 400 Bauern auf diese Ertragsart um. Doch mit den steigenden Getreidepreisen kam das böse Erwachen: Als sich der Preis etwa für die Tonne Weizen binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt hatte, lohnte sich der Betrieb einer allein Strom erzeugenden Biogasanlage nicht mehr. Umrüstungen auf die Wärmeausbeute sind jedoch nicht oder nur sehr teuer möglich, zahlreiche Landwirtschaften stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin. Zu ähnlichen Flops kann es auch in anderen Sparten kommen, etwa im Bereich der staatlich geförderten Windenergie. Anleger, die hier investieren, sollten sich sehr genau umsehen, in welche Projekte sie investieren. Peter Jobst
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