ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2009Studie: Wenig Aussagekraft
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LNSLNS Fragebogenuntersuchungen erforschen bewusst verfügbare Meinungen und haben die Tendenz, zum Beispiel durch persönliche Überzeugungen der Befragten beeinflusst zu werden. Deshalb sind ihre Ergebnisse eingeschränkt aussagefähig. Die Untersuchung „über das Wohlergehen von Kindern schwuler und lesbischer Eltern“ verfolgte offenbar einen politischen Zweck. Die ehemalige Bundesjustizministerin Zypries wollte auf der Grundlage der Ergebnisse das volle Adoptionsrecht für homosexuelle Paare durchsetzen.

Kinder gleichgeschlechtlicher Paare haben eine ganz besondere Geschichte. Sie leben nicht nur nicht mit ihren leiblichen Eltern zusammen und haben deshalb eine frühe Trennung oder das Wissen um einen unbekannten Elternteil zu verarbeiten. Sie sind insbesondere auch oft mit dem Wechsel der Geschlechtsrollenidentität eines Elternteils konfrontiert. Diese Identität stellt doch wohl eine besondere Herausforderung für ein Kind dar und müsste daher meiner Meinung nach im Mittelpunkt einer entsprechenden Studie stehen. Weit gefehlt: In der zitierten Studie geben die betroffenen Elternteile ihren Wechsel als „weniger belastend“ für ihre Kinder an. Hat jemand eine andere Antwort erwartet? Darüber hinaus wurde die Frage auch nicht weitergehend untersucht. Es bleibt daher die Frage offen, welche Aussagekraft eine solche Studie haben soll.
Dr. phil. Hans-G. Metzger, Psychoanalytiker, Finkenhofstraße 38, 60322 Frankfurt
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