ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2009Kinder- und Jugendpsychiatrie: Erfahrungen und Konzepte fehlen

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Kinder- und Jugendpsychiatrie: Erfahrungen und Konzepte fehlen

Thomas, Günther

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Hier liegt ein Buch einer Medizinerin vor (Professorin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie an der Uniklinik Ulm) – unverkennbar. Der medizinisch ausgerichtete Teil ist, ihrem eigenen Anspruch folgend, die „neurobiologischen Hintergründe und Zusammenhänge darzustellen“, ausführlich und differenziert. Auch die entsprechenden organmedizinisch orientierten Therapieansätze (sogar die repetitive transkranielle Magnetstimulation, von der die Autorin abrät) werden umfassend und auch mit Dosisangaben vorgestellt und diskutiert. Allzu medizinisch wurde es, als unter den iatrogenen Faktoren einzig eine falsche Medikation in 15,5 Zeilen (halbspaltig) aufgeführt wird. Testpsychologische Verfahren werden zwar umfassend, aber doch zu knapp aufgelistet, und psychologische Modelle der Depressionsforschung finden auf zwei Seiten Platz. So eindrucksvolle Konzepte wie die Hypnotherapie, die gerade bei Kindern so zauberhaft fruchtet, finden keine Erwähnung, und die Familientherapie wird einzig nach Mattejat vorgestellt, von anderen systemischen Konzepten ist leider keine Rede.

Für KJPler ist das Buch nur dann eine Hilfe, wenn rein psychiatrische Fragen angegangen werden (zum Beispiel Suizid aus der Sicht der Psychiatrie), dazu eignet es sich als Übersicht sicher gut. Auch helfen hier unter anderem einige kleine Übersichtskästen und Fallbeispiele. Was wirklich fehlt, ist die Darstellung und Diskussion psychotherapeutischer Erfahrungen und Konzepte. Günther Thomas

Claudia Mehler-Wex: Depressive Störungen. Reihe: Manuale psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2008, 216 Seiten, broschiert, 39,95 Euro
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