ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/20093 Fragen an . . . Monika Konitzer, Vizepräsidentin der Bundes­psycho­therapeuten­kammer

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3 Fragen an . . . Monika Konitzer, Vizepräsidentin der Bundes­psycho­therapeuten­kammer

PP 8, Ausgabe Dezember 2009, Seite 538

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Die Ausbildung der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PiA) soll reformiert werden. Eines der dringlichsten Ziele ist die Vergütung der PiA. Wie wollen Sie diese umsetzen?
Konitzer: Psychotherapeuten in Ausbildung brauchen einen klaren Rechtsstatus, der ihnen eine leistungsgerechte Vergütung ihrer praktischen Tätigkeit während der gesamten Ausbildung sichert. Wir fordern deshalb eine eingeschränkte Behandlungserlaubnis, mit der sie unter Supervision bereits während ihrer Ausbildung psychotherapeutisch arbeiten können. Dafür brauchen wir eine curricular geregelte Ausbildung, während die PiA abhängig von ihrem Kompetenzfortschritt zunehmend anspruchsvollere psychotherapeutische Tätigkeiten übernehmen können.

Aber auch strukturell soll einiges geschehen. Man will zum Beispiel die Zugangsvoraussetzung ändern und die Inhalte der Ausbildung angleichen – welche Effekte versprechen Sie sich davon?
Konitzer: Ein Hochschulabschluss auf Masterniveau ist heute kein bundesweiter Standard für die Zulassung zur Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung. Nur die Hälfte der 16 Aufsichtsbehörden der Länder verlangt derzeit als Voraussetzung für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten von Absolventen eines Pädagogik- oder Sozialpädagogikstudiums einen Masterabschluss, die andere Hälfte hält einen Bachelorabschluss für ausreichend. Nach dem Wegfall bundesweit verbindlicher Rahmenstudien- und Prüfungsordnungen ist zudem ein bestimmter Studienabschluss kein Garant für definierte, im Studium erworbene Kompetenzen mehr. Wir erarbeiten deshalb zusammen mit den Hochschulen einen verbindlichen Katalog notwendiger Kompetenzen, die als Grundlage für eine eigen- und alleinverantwortliche psychotherapeutische Tätigkeit mit wissenschaftlicher Fach- und Methodenkompetenz notwendig sind. Wir fordern deshalb grundsätzlich einen Masterabschluss als Voraussetzung, um eine postgraduale Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung beginnen zu können.

Aus zwei approbierten Berufen soll einer werden. Wo sehen Sie darin die Vorteile?
Konitzer: Psychotherapeut oder Psychotherapeutin als ein Approbationsberuf gewährleistet, dass alle Psychotherapeuten die gleichen hohen Qualitätsanforderungen erfüllen. Deshalb sollen alle Psychotherapeuten in ihrer Ausbildung grundlegende Kompetenzen zur Behandlung aller Altersgruppen erwerben. Es sollen jedoch Schwerpunkte gesetzt werden können, um sich spezielle Kompetenzen zur Versorgung psychisch kranker Erwachsener oder Kinder und Jugendlicher anzueignen. So kann ein klares Berufsprofil des Psychotherapeuten gegenüber anderen Berufen geschärft werden, ohne die spezifischen Qualifikationen zur Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verlieren.
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