ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2009Randnotiz: Gesetzbuch macht „Ah !“

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Randnotiz: Gesetzbuch macht „Ah !“

Freese, Hans-Jörg

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LNSLNS „Wissen macht Ah!“ heißt eine beliebte Kindersendung. Die Moderatoren gehen rätselhaften Phänomenen nach, zum Beispiel der Frage: Warum prickelt Brause auf der Zunge?

Auch Erwachsene sind noch neugierig. So wollten Neurologen an der Universitätsklinik Dresden wissen, ob sich Nachtdienste im Krankenhaus negativ auf die geistige Fitness von Assistenzärzten auswirkten. Zwar haben schon Dutzende Studien ergeben, dass Nachtdienste leistungsmindernd sind. Doch die Dresdener Forscher wollten es genau wissen.

Sie bildeten zwei Gruppen und stellten fest: Alles halb so wild. Zwar waren die über eineinhalb Jahre untersuchten Ärzte nach dem Nachtdienst müder als ihre ausgeschlafenen Kollegen. Bei einem Rechentest erzielten beide Gruppen aber gleich gute Ergebnisse.

Die Studie soll klären helfen, ob Ärzte an der Dresdener Uniklinik künftig nur noch jeweils einen Tag- oder Nachtdienst leisten sollen oder ob sie an den nächtlichen Dienst einen Arbeitstag anhängen können. Die Antwort hätte man einfacher ermitteln können. Denn auch ein Blick ins Gesetzbuch ruft manchmal ein „Ah!“ hervor. „Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben“, heißt es im Arbeitszeitgesetz. Für Krankenhausärzte kann eine verkürzte Ruhezeit von zehn Stunden vereinbart werden, die aber innerhalb eines Monats ausgeglichen werden muss.

Forscher an der Universität Innsbruck haben übrigens herausgefunden, dass Ärzte mit überlangen Arbeitszeiten ihr kardiovaskuläres Risikoprofil verschlechtern. Geistig fit, aber auf Dauer gesundheitlich gefährdet? Ah – besser nicht.
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Pressesprecher des Marburger Bundes

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