ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2009Rehabilitation: Es gibt Prämien
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Die Möglichkeiten insbesondere der geriatrischen Rehabilitation zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit würden nicht genutzt; es fehlten hierfür ökonomische Anreize, konstatiert Prof. Wasem, Universität Duisburg-Essen. Die Aussage trifft seit dem Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes am 1. Juli 2008 nicht mehr zu. Seither gilt: Wenn die Krankenkasse notwendige Rehabilitationsleistungen nicht rechtzeitig erbringt, wird ein Ausgleichsbetrag in Höhe von 3 072 Euro fällig (§ 40 Abs. 3, S. 6 SGB V). Umgekehrt erhalten Pflegeeinrichtungen eine Prämie in Höhe von 1 536 Euro, wenn durch Aktivierung oder Rehabilitation eine niedrigere Pflegestufe für mindestens sechs Monate erreicht wird. Die Umsetzung des Grundsatzes „Reha vor Pflege“ wird also bereits durch Anreize und Strafen unterstützt – sollte der Gutachter dies übersehen haben?
Dr. med. Elisabeth Nüchtern, Händelstraße 23, 76185 Karlsruhe
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