ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2009Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

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LNSLNS Drei spannende Biografien und eine preisgekrönte Komödie am Jahresende – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.

DRAMA
Ab 10. Dezember:
Der Solist
Der Journalist Steve Lopez (Robert Downey Jr.) stößt in den Straßen von
Los Angeles zufällig auf Nathaniel Ayers (Jamie Foxx). Der schizophrene Obdachlose galt einst als Wunderkind klassischer Musik und träumt nun davon, wieder ein großes Konzert zu geben. Steve freundet sich mit dem ehemaligen Weltklassecellisten an und hilft ihm dabei, wieder
auf die Füße zu kommen. Der Film beruht auf der realen Biografie des Musikvirtuosen Nathaniel Ayers, dessen Leben durch seine Krankheit völlig aus dem Lot geriet.
Großbrit./USA 2009, 109 Min. (FSK: 12)

Ab 17. Dezember:
Foto: Arsenal Film
Foto: Arsenal Film
Séraphine
Beim wichtigsten französischen Filmpreis, dem César, heimste die wahre Geschichte der Malerin Séraphine Louis 2009 gleich sieben von neun Trophäen ein und war damit der wichtigste Film. Auch beim diese Woche in Bochum verliehenen Europäischen Filmpreis hat Hauptdarstellerin Yolande Moreau (im Bild mit Ulrich Tukur als deutscher Kunsthändler Wilhelm Uhde) beste Chancen für eine Auszeichnung – so sehr überzeugt das Biopic: 1912 zieht Uhde mit Anne-Marie (Anne Bennent) von Paris in das französische Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen. Bei ihnen arbeitet die unscheinbare, eigenwillige Séraphine als Haushälterin. Eines Tages findet Uhde ein kleines Bild von ihr, das ihn begeistert. Er beschließt, die bereits jetzt unter Wahnvorstellungen leidende Künstlerin zu fördern. Als Séraphine de Senlis steigt sie zu einer der wichtigsten naiven Malerinnen Frankreichs auf.
Frankreich/Belgien 2008, 121 Minuten

Ab 24. Dezember:
Albert Schweitzer
Eine weitere spannende und berührende Lebensgeschichte: die des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer (Jeroen Krabbé), der durch sein Wirken als Arzt in Afrika und seine Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben berühmt wurde. Er verkehrte mit führenden Politikern sowie Denkern wie Einstein oder Oppenheimer, ließ sich aber in seiner Geradlinigkeit nie von der Macht vereinnahmen und eckte in der McCarthy-Ära gewaltig an. Auch heute noch funktioniert das von ihm in Lambarene in Gabun gebaute Krankenhaus als gemeinnützige private Einrichtung. Für Dynamik sorgt, dass sich das Drehbuch auf zwei Schauplätze konzentriert: New York in den 50er-Jahren, damals das Zentrum aufgeklärter Stadtkultur, und das Krankenhaus in Gabun, in dem auch Leprakranke behandelt wurden. Lesetipp: Ende August erschien bei C. H. Beck die Biografie von Nils Ole Oermann „Albert Schweitzer 1875–1965“.
Deutschland/Südafrika 2009, 114 Min.

Ab 7. Januar 2010:
Das Fischkind
Die argentinische Regisseurin Lucía
Puenzo wurde durch „XXY“ bekannt. Ihr neuer, eindrucksvoller Film „Das Fischkind“ basiert auf ihrem eigenen Roman, der dieses Jahr auf Deutsch erschien. Darin geht es um die hoffnungslose -Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Frauen, Lala (Inés Efron) – Tochter aus reichem Elternhaus in Buenos Aires – und der 20-jährigen Haushälterin Guayi aus Paraguay (Mariela Vitale). Aus Verzweiflung begehen sie ein fatales Verbrechen. In schönen, ruhigen Bildern gibt der Film dem Zuschauer viele Rätsel auf.
Argentinien u. a. 2009, 96 Minuten

KOMÖDIE
Ab 24. Dezember:
Soul Kitchen
In einem Hamburger Multikulti-Viertel spielt Fatih Akins unterhaltsames Feelgood-Movie: Dort führt der Deutschgrieche Zinos (Adam Bousdoukos) das Restaurant „Soul Kitchen“, das von Pommes und Majo auf Gourmetküche umschwenkt. Mit Erfolg, doch Zinos leidet an gebrochenem Herzen, weil seine Verflossene Nadine (Pheline Roggan) in China weilt. Er reist ihr nach, und sein Bruder Ilias (Moritz Bleibtreu), ein ewiger Tunichtgut, verzockt das Lokal. Monica Bleibtreu ist in Atkins Komödie, die den Spezialpreis der Jury beim diesjährigen Filmfestival in Venedig gewann, in ihrer letzten Rolle als Familienpatriarchin zu sehen.
Deutschland 2009, 100 Min. (FSK: 12)
Sabine Schuchart

DVD-TIPP
Renate Liebenwein: „Kunst in Deutschland“, 4 DVDs im Schuber, ca. 360 Min., S.A.D. Home Entertainment 2009, 20 Euro; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: S.A.D. Home Entertainment
Renate Liebenwein: „Kunst in Deutschland“, 4 DVDs im Schuber, ca. 360 Min., S.A.D. Home Entertainment 2009, 20 Euro; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel Foto: S.A.D. Home Entertainment
Architekturreise durch Deutschland
Von der Romantik und Gotik über Renaissance, Barock und Klassizismus bis hin zur Moderne präsentiert die DVD rund tausend Jahre Architektur- und Baugeschichte in Deutschland – und könnte damit für kunstgeschichtlich Interessierte ein schönes Weihnachtsgeschenk sein. Die Reise beginnt mit dem Mittelalter, als repräsentative Kultbauten im Auftrag der Kaiser entstanden. Anschaulich führt sie vor Augen, wie ab dem 19. Jahrhundert die Einheit des eine Epoche prägenden Stils aufgegeben wurde und die Freiheit der individuellen Formensprache immer mehr an Bedeutung gewann.

Renate Liebenwein:
„Kunst in Deutschland“,
4 DVDs im Schuber, ca. 360 Min., S.A.D. Home Entertainment 2009, 20 Euro; Bezug über Internet, Buch- oder Fachhandel
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