ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2009Chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Cineol als Kombinationspartner

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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Cineol als Kombinationspartner

Bischoff, Martin

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LNSLNS Zusätzlich zu einer leitliniengerechten Medikation gegeben, senkt der Hauptbestandteil des Eukalyptus die Rate der Exazerbationen.

Epidemiologischen Auswertungen zufolge leiden weltweit etwa zwölf Prozent der Männer und 8,5 Prozent der Frauen über 40 Jahre an einer mittelschweren bis schweren chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Klinisch machen den Betroffenen vor allem die Belastungsdyspnoe, starker Husten und Exazerbationen zu schaffen, wobei Letztere nicht nur die Symptome verschlimmern, sondern sich langfristig ungünstig auf die Prognose auswirken. Laut Welt­gesund­heits­organi­sation sterben weltweit fast drei Millionen Menschen jährlich an den Folgen. Inzwischen werde die bisher nur topisch behandelte COPD als entzündliche Systemerkrankung angesehen, berichtete Prof. Dr. Michael Pfeifer (Donaustauf).

Den aktuellen Leitlinien entsprechend sollten Exazerbationen, die meist als Folge einer akuten Sinusitis auftreten, mit einer Kombination aus lang wirksamen Bronchodilatatoren und inhalativen Corticoste-roiden behandelt werden. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich der Effekt der Behandlung durch Hinzunahme von Cineol, dem Hauptbestandteil des Eukalyptusblattes, weiter steigern lässt. Als hochgereinigtes 1,8-Cineol (Soledum® Kapseln forte) wurde dieser Wirkstoff bisher vor allem bei Sinusitis und Bronchitis erfolgreich eingesetzt.

Prof. Dr. med. Uwe R. Jürgens (Bonn) konnte in umfangreichen In-vitro-Untersuchungen Hinweise auf synergistische antioxidative und antiinflammatorische Effekte von Cineol finden. So zeigte sich zum -Beispiel, dass in der Kombination 1,8-Cineol plus Budesonid die Inhibition von TNF-α und damit der antientzündliche Effekt von Budesonid deutlich verstärkt wird.

Dass diese Erkenntnisse auch einen klinischen Nutzen für die Behandlung der COPD besitzen, konnte Prof. Dr. med. Heinrich Worth (Fürth) belegen. Der Vorsitzende der Deutschen Atemwegsliga führte eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie bei 242 Patienten mit moderater bis schwerer COPD durch. Alle Beteiligten an dieser Studie waren aktive oder ehemalige Raucher. Als Zusatz zu einer leitliniengerechten Behandlung, die primär aus Bronchodilatatoren und/oder inhalativen Corticosteroiden bestand, bekamen die Patienten sechs Monate lang während der Winterzeit dreimal täglich 200 mg Cineol (entsprechend drei Kapseln des dünndarmlöslichen 1,8-Cineol-Präparats) oder Placebo.

Nach Beendigung der Studie hätten Anzahl, Dauer und Schwere der Exazerbationen in der Cineol-Gruppe signifikant abgenommen (p = 0,0120), berichtete Worth. Unter Cineol besserten sich außerdem die Atemnot in Ruhe und am Morgen ebenso wie Kenngrößen der Lebensqualität. Keine Veränderungen ergaben sich für die Belastungsdyspnoe. Messungen der Lungenfunktion belegten eine tendenzielle, aber keine signifikante Besserung.

Relevante unerwünschte Ereignisse wurden unter der Add-on-Therapie der COPD nicht verzeichnet. Für Worth belegen die Reduktion der Exazerbationsrate und die Abnahme der Beschwerden den Nutzen einer antientzündlichen Begleittherapie von Cineol bei Patienten mit stabiler COPD.
Martin Bischoff

Pressekonferenz „Neue Therapieoption bei COPD: Soledum® Kapseln forte“, veranstaltet von Cassella-med in München
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