ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2009Neue Influenza: Verschleuderte Millionen
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Ungläubig hörte ich vor Monaten, nicht die Ärzteschaft, sondern die Politik und das öffentliche Gesundheitswesen würden dieses Mal den Umgang mit der Impfung gegen den H1N1-Virus organisieren. Das konnte nur ein schlechter Scherz sein, hatte ich von meinem zuständigen Kreisgesundheitsamt doch seit mehr als 20 Jahren nie etwas gehört (wohl, dass es ein solches gäbe). Es kam, wie es bei Planwirtschaft kommen musste: Ständig neue, zum Teil widersprüchliche bürokratische Vorgaben, und Millionen Impfstoffe sowie Steuermillionen werden wohl größtenteils in die Tonne geschmissen. Nicht überraschend sollen in letzter Sekunde nun doch wir Kassenärzte wieder vor Ort retten: für unverschämte fünf Euro pro Impfung und unter den bürokratischsten, das heißt hinderlichsten Vorgaben.

Was, wenn wirklich mal eine sehr ernste Pandemie droht? Dann doch bitte das Management – wie bei den anderen Impfungen auch – direkt den Ärzten überlassen! Die jetzt verschleuderten Millionen könnten für eine faire Bezahlung verwendet werden.
Ralph Thiel, Frankenforster Straße 21, 51427 Bergisch Gladbach
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