ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2009Neue Influenza: Unglückliche Diskussion
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Trotz grandioser Erfolge der großen Impfprogramme ist die initiale Akzeptanz bei H1N1 enttäuschend. Nach erstem Bangen um rechtzeitige Impfstoffentwicklung wirkt es ein bisschen wie Übermut.

Unabhängig von der Effizienz der jetzigen Aktion droht jedoch ein riesiger Schaden durch die breitgetretene Nebenwirkungsdiskussion: Das Prinzip der Impfung gerät in Misskredit, Öl ins Feuer aller Impfgegner und eine potenzielle Katastrophe aus pädiatrischer Sicht.

Ursächlich müssen widersprüchliche Expertenaussagen beklagt werden. Statt Unisono-Empfehlungen über das Bundesgesundheitsamt/Robert-Koch-Institut preschen unterschiedliche Meinungsbildner vor und schüren damit Verunsicherung. Natürlich nutzen die Medien ihre garantierte Freiheit, sie schlachten Einzelheiten umgehend aus und streuen Diskussionen über Impfstoffzusammensetzungen und Adjuvantien in Laienkreise. Könnten nicht manchmal Einschränkungen akzeptiert werden ähnlich wie in der Forensik im Sinne eines übergeordneten Nutzens?!

Ergänzend sei noch eine kleine Anmerkung zur Nomenklatur erlaubt: Während die Bezeichnung „Schweinegrippe“ volksnah und griffig klingt, dürfte „Neue Grippe“ bald überholt sein, wenn nach dem nächsten Antigenshift eine „Neue Neue Grippe“ auftaucht. Warum spricht in folgerichtiger Analogie zur „Aviären-Influenza“ niemand von „Porciner-Influenza“, mindestens in Fachkreisen oder wissenschaftlichen Abhandlungen?
Dr. med. Manfred Doerck, Robert-Kirchhoff-Straße 43, 97076 Würzburg
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