ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2010Früherkennung: Männer benachteiligt
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In den beiden Artikeln wird die Überschätzung des Erfolgs von Früherkennungsmaßnahmen (hier Mammografie-Screening und PSA-Screening) thematisiert.

Neben dieser vom Geschlecht unabhängigen Frage ist es höchst interessant, dass trotz der um sechs Jahre längeren Lebenserwartung der Frauen für eine fragliche, geringe Reduktion der Frauensterblichkeit 300 Millionen Euro jährlich von der Allgemeinheit aufgebracht werden, während für eine ähnliche Reduktion der Männersterblichkeit, die Männer ihre PSA-Untersuchung aus eigener Tasche individuell bezahlen müssen und keine öffentlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ähnlich verhält es sich mit der Krebsvorsorge, die Frauen ab dem 20. Lebensjahr zusteht, während Männer erst ab dem 45. Lebensjahr eine Krebsvorsorge erhalten und dies, obwohl der Hodenkrebs einen ersten Häufigkeitsgipfel um das 30. Lebensjahr hat.

Beide politischen Entscheidungen sind eine sachlich nicht nachvollziehbare Benachteiligung der Männer aufgrund ihres Geschlechts. Sie verstärken die bestehende Ungleichheit der Lebenserwartung noch, anstatt sie zu vermindern.

Der gesellschaftliche Konsens, gleiche Lebenschancen unabhängig vom Geschlecht ist unumstritten. Angesichts der um ca. sechs Jahre verkürzten Lebenserwartung der Männer folgt daraus zwingend, die bestehende Mittelverweigerung für Männergesundheit rasch zu beseitigen und in Zukunft zusätzliche Mittel im Gesundheitswesen vornehmlich zur Verbesserung der Männergesundheit einzusetzen, – dies zumindest so lange, bis sich die Lebenserwartungen der Geschlechter angeglichen haben.
Dr. med. Ulrich Mors, 73235 Weilheim
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