ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2010Gesundheitspolitik: Ohne Distanz
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Das Titelbild des gelb angepinselten Ge­sund­heits­mi­nis­teriums mit dem Spruch „Neue Farbe – neue Hoffnung“ – ohne auch nur einen Hauch von journalistischer Distanz, wie sie zum Beispiel mit einem Fragezeichen hätte ausgedrückt werden können – finde ich . . . schlicht unerträglich. Selbst wenn man die ärztepolitischen Dogmen von der Freiberuflichkeit, der freien Arztwahl und der Therapiefreiheit akzeptiert, so resultiert hieraus aus meiner Sicht noch keine natürliche Präferenz „der Ärzteschaft“ für eine bestimmte Partei, die das Wort „frei“ in ihrem Namen trägt.

Hoffnung ist es jedenfalls nicht, was mich beseelt angesichts des erklärten Willens, den Solidarpakt aufzuheben und das System für eine zunehmende Steuerfinanzierung zu öffnen einerseits und geplanten Steuersenkungen andererseits. Zumindest nicht Hoffnung im Bezug auf eine rationale Medizin in einer solidarischen Gesellschaft. Hoffnung werden „Leistungsanbieter“ hegen, die „den Gesundheitsmarkt als Geldquelle nutzen“ und abschöpfen wollen. Medizin als (zumindest auch) sozialer Beruf – war da mal was?
Enno Liebenthron, 28203 Bremen
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