ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2010Gesundheitspolitik: Gesundheitsbasar
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Mit dem Ergebnis der Bundestagswahlen ist aus Patienten- und Ärztesicht vor allem die Erwartung verknüpft, dass Gesundheitspolitik im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wieder ideologiefrei sowie leistungs- und qualitätsorientiert erfolgen soll. Umso bedenklicher erscheint es, wenn Schmidt und Lauterbach von Banken und Unternehmensberatern abgelöst werden. Wir Ärzte, die unter der bisherigen zentralistischen Gesundheitspolitik genug zu leiden hatten, sollten nach dieser Erfahrung sehr darauf bedacht sein, die gesundheitspolitische Entwicklung in unserem Lande nicht wieder medizinfernen Einflüsterern zu überlassen. Es kann nicht sein, dass Fliege und Dienstwagen von Nadelstreifen und Victory-Zeichen abgelöst werden. Medizin ist und bleibt eine Qualitätswissenschaft mit ethischen und sozialen Grundsätzen. Selbstverständlich muss einer nachweislich qualifizierten und hochspezialisierten ärztlichen Leistung ein entsprechend angemessenes und gutes Honorar folgen. Nur darf dabei der Begriff Gesundheitsmarkt nicht mit Gesundheitsbasar verwechselt werden. Der in dem zitierten Artikel erwähnte „zweite Gesundheitsmarkt“ in Kombination mit dem Begriff „Abschöpfen“ unterstreicht nur allzu deutlich die Intention, mit den gängigen Mitteln und Methoden aus der Banken- und Beraterbranche in der Medizin ökonomischen Erfolg zu erzielen gemäß dem Motto: Dollar-Zeichen statt Äskulapstab. Vielleicht wäre es in der Zukunft angebrachter, Meldungen wie die hier zitierte am Ende der jeweiligen Ausgabe des DÄ unter Verschiedenes zu veröffentlichen und nicht durch den Abdruck auf einer der ersten Seiten Wichtigtuerei den Glanz von Wichtigkeit zu verleihen.
Dr. med. Christian Deindl, 90489 Nürnberg
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