ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2010Kulturkalender: Von Bestien, Körpern und Heiligen

KULTUR

Kulturkalender: Von Bestien, Körpern und Heiligen

Dtsch Arztebl 2010; 107(1-2): A-42 / B-36 / C-36

Schuchart, Sabine

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Foto: Walton Ford
Foto: Walton Ford
Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN
23. Januar bis 24. Mai:
Walton Ford – Bestiarium
Seine wilden Tiere – Tiger, Löwen, Vögel und Affen – sind mächtige Akteure in allegorischen Kämpfen und vielschichtigen Fantasien. Doch zunächst meint man, französische und britische Illustrationen aus der Kolonialzeit des 19. Jahrhunderts vor sich zu haben. Der zweite Blick jedoch enthüllt ein komplexes und verstörendes Universum voller Witz und Anspielungen – von einem Gegenwartskünstler in Szene gesetzt: In seinen großformatigen, teils 1,50 mal 3 Meter messenden Tieraquarellen verknüpft der Amerikaner Walton Ford traditionelle Darstellungen von Naturgeschichte mit aktuellen Auffassungen und kritischen Kommentaren (Bild: The Sensorium, 2003). Damit schuf er in der Gegenwartskunst ein solitäres Werk, das in den USA große Aufmerksamkeit auf sich zog und nun erstmals in Europa zu sehen ist.
Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50–51, Di.–Fr. 10–18, Sa. 11–20, So. 11–18 Uhr

DELMENHORST
15. Januar bis 5. April:
Die Nacht in der Gegenwartsmalerei
Die ambivalente Natur der Nacht hat seit jeher Künstler zur Auseinandersetzung animiert. Nach der umfassenden Ausstellung 1999 in München, die Nachtdarstellungen vom 15. bis ins 20. Jahrhundert zeigte, geht es nun um die Auffassungen der zeitgenössischen Malerei. Zehn junge Malerinnen und Maler sind eingeladen, ihre Interpretationen nächtlicher Bildwelten zu präsentieren: Armin Boehm, Karin Kneffel, Michael Kunze, Rosa Loy, Hartmut Neumann, Julia Oschatz, Heribert C. Ottersbach, Daniel Richter, Norbert Schwontkowski und Thomas Zipp.
Städtische Galerie, Fischstraße 30, Di.–So. 10–17, Do. 11–20 Uhr

KARLSRUHE
Bis 28. Februar:
Von Rodin bis Giacometti
Treppauf, treppab durch die Kunsthalle führt die Ausstellung den Besucher zu mehr als 100 Skulpturen aus der Zeit zwischen 1900 und 1945. Sie sind sorgfältig inszeniert und in Themengruppen angeordnet. So fällt der Blick aus unterschiedlicher Perspektive auf die herausragenden Plastiken jener Zeit, die von so berühmten Künstlern wie Henri Matisse, Pablo Picasso, Constantin Brancusi, Ernst Ludwig Kirchner, Max Ernst, Kurt Schwitters und Henri Laurens stammen. Wie diese das uralte Motiv der menschlichen Figur in einer Vielfalt bahnbrechender Ausdrucksformen abstrahierten und auflösten und damit den Aufbruch in die Moderne vollzogen, ist ein besonderer Kunstgenuss.
Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma-Straße 2–6, Di.–Fr. 10–17, Sa./So. 10–18 Uhr

SCHWÄBISCH-HALL
Bis 2. Mai:
Max Ernst – Alptraum und Befreiung
Max Ernst (1891–1976) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Dada und Surrealismus. Seine Bildwelten und neuen Techniken haben Generationen von Künstlern beeinflusst. Die Sammlung Würth zeigt jetzt erstmals ihre umfangreiche Max-Ernst-Kollektion in der Gesamtheit – Ölgemälde, Skulpturen, Papierarbeiten, Zeichnungen, Collagen, Bücher und Grafiken. Mit seiner subtilen Destruktion der Realität und den genialen Inszenierungen des Grotesken und Irrationalen fasziniert und provoziert Ernst gleichermaßen.
Kunsthalle Würth, Lange Straße 35, Di.–So. 11–18 Uhr

STUTTGART
Bis 11. April:
Elger Esser. Eigenzeit
Die poetisch-melancholischen Bilder von Flusslandschaften, Brücken, Dörfern und Meeresküsten lassen den Betrachter vermuten, er sei schon irgendwann einmal an einem dieser magischen Orte gewesen. Der Fotograf Elger Esser, 1967 geborener Schüler der Becher-Schule, ist immer wieder auf der „Suche nach der verlorenen Zeit“ – in bewusster Anlehnung an Marcel Proust. Die Schau präsentiert circa 50 großformatige Arbeiten.
Kunstmuseum, Kleiner Schlossplatz 1, Di. + Do.–So. 10–18, Mi./Fr. 10–21 Uhr
Sabine Schuchart

Foto: Deutsches Medizinhistorisches Museum
Foto: Deutsches Medizinhistorisches Museum
Der besondere Tipp: Schutzpatrone der Ärzte und Apotheker

Unzählige Heilige wurden und werden von Kranken in christlicher Tradition als Fürsprecher angerufen: Etwa die Pestheiligen Sebastian und Rochus, die bei Zahnkrankheiten Hilfe versprechende Apollonia oder Kosmas und Damian, die Schutzpatrone der Ärzte und Apotheker. Krankheit und Krankheitsbewältigung aus religiöser Perspektive – dieses für ein medizinhistorisches Museum eher ungewöhnliche Thema beleuchtet die „Alte Anatomie“ der ehemaligen Universität Ingolstadt mit Altarfiguren, Andachtsgaben und Votivbildern. Eine Gelegenheit, das für Mediziner äußerst interessante Museum zu besuchen. Am 13. 1., 10. 2. und 31. 3. (jeweils 19 Uhr) führt Direktorin Dr. med. Marion Ruisinger durch die Schau.

„Heilige und Heilkunst“ (bis 5. 4. 2010): Deutsches Medizinhistorisches Museum, Anatomiestraße 18–20, Ingolstadt, Di.–So. 10–17 Uhr, Telefon: 08 41/3 05 28 60
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