ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2010Krebspatienten: Depressionen beeinflussen Krankheitsverlauf

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Krebspatienten: Depressionen beeinflussen Krankheitsverlauf

PP 9, Ausgabe Januar 2010, Seite 35

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LNSLNS Viele Krebspatienten leiden an Depressionen. Britische Palliativmediziner und Psychologen haben untersucht, wie sich diese auf den Krankheitsverlauf auswirken. Sie erfassten die Depressionssymptomatik von 87 Palliativpatienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu drei Zeitpunkten. Es zeigte sich, dass die nichtdepressiven Patienten signifikant länger lebten als die depressiven.

Der negative Einfluss von Depressionen auf die Lebensqualität und Mortalität ist auch bei anderen Erkrankungen zu beobachten, beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So leben depressive Patienten nach einem Schlaganfall nachweislich kürzer als nichtdepressive Patienten. Daneben führen Depressionen zu Todessehnsucht, häufigeren Krankenhauseinweisungen und längeren Klinikaufenthalten. Die Autoren fordern daher, dass Krebspatienten rechtzeitig und fachgerecht auf Depressionen behandelt werden. In der Regel werden Depressionen bei Krebspatienten von den Behandlern jedoch übersehen oder als „normale Begleiterscheinung“ hingenommen. Darüber hinaus ist es nicht üblich, todkranke Patienten medikamentös mit Antidepressiva zu behandeln. Nach Meinung der Autoren sollte jedoch auch bei Sterbenden nicht nur dem Körper, sondern ebenso der Seele eine adäquate Behandlung zukommen. ms

Lloyd-Williams M, Shiels C, Taylor F, Dennis M: Depression – An independent predictor of early death in patients with advanced cancer. Journal of Affective Disorders 2009; 113(1–2): 127–32.
Mari Lloyd-Williams, Academic Palliative and Supportive Care Studies Group, Division of Primary Care, School of Population, Community and Behavioural Sciences, University of Liverpool, Liverpool L69 3GB (United Kingdom), E-Mail: mlw@liv.ac.uk
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