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LNSLNS Der Stellungnahme von Worm et al. stimmen wir gerne zu. Allerdings gehen die zitierten Leitlinien von einer bereits abgeschlossenen Differenzialdiagnostik aus und schränken das Vorgehen auf IgE-vermittelte Reaktionen ein. Zudem fehlen Hinweise für eine differenzialdiagnostische Aufarbeitung von nicht IgE-vermittelten, atypischen oder lokalen allergischen Reaktionen (1), von ätiologisch unklaren entzündlichen Prozessen oder anderen seltenen Krankheitsursachen (zum Beispiel eosinophile Erkrankungen, Vaskulitiden). Wir wurden in der aktuellen Arbeit aufgefordert, unseren umfassenden interdisziplinären Diagnostikstandard darzustellen, der über die Abklärung von IgE-vermittelten allergischen Reaktionsmechanismen hinausgeht. Deshalb sind die in Grafik 3 genannten Parameter als fakultative differenzialdiagnostische Parameter einzusetzen vor oraler Provokation und ohne endgültige Abklärung des Krankheitsbilds.

Wie bei anderen Immunreaktionen auf Antigene sind auch bei Nahrungsmittelallergien nicht IgE-vermittelte Allergietypen beschrieben, aber in ihrer Häufigkeit seltener als IgE-vermittelte Reaktionsmechanismen (1). Deshalb ist es erforderlich, in einem differenzialdiagnostischen Artikel darauf hinzuweisen, dass neben IgE-vermittelten Reaktionen auch noch andere Allergiemechanismen existieren.

Aufgrund der niedrigen Inzidenz der systemischen Mastozytose und des oft nicht therapiebedürftigen Verlaufs fehlen größere Studien, sodass die Therapieempfehlungen nur auf Fallserien und Einzelberichten beruhen.

Wie in den Leitlinien beschrieben, können systemische Kortikoide bei ausgeprägtem Verlauf der Mastozytose einen günstigen Einfluss haben (2). Sowohl Leukotrienantagonisten als auch Cyclosporine bieten weitere therapeutische Ansätze bei schwerem Krankheitsverlauf.

Wir bedanken uns für das Interesse von Reese et al. an unserem Artikel. Tatsächlich liegen bezüglich der Häufigkeit nicht immunologischer Nahrungsmittelunverträglichkeiten sehr unterschiedliche Daten in der Literatur vor, je nachdem, welches Patientenkollektiv, welches Organsystem etc. beurteilt wurde und in welchem Fachgebiet die Diagnostik erfolgte. Zudem sollten wir die Differenzialdiagnostik der Nahrungsmittelunverträglichkeiten entsprechend der Gliederung in strukturell und funktionell bedingte Ursachen darstellen, nicht die der europäischen Allergiegesellschaft.

Die angegebene mittlere Gesamthäufigkeit von nicht immunologischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten von 15–20 Prozent bezieht sich auf alle derzeit bekannten Intoleranzmechanismen. Bezüglich der Zusatzstoffunverträglichkeiten haben wir keine Prozentangaben gemacht (in der Literatur < 0,5 Prozent angegeben). Bei der Salizylatintoleranz fand sich eine Häufigkeit von circa 0,6–1,2 Prozent (3). Bereits 1996 wiesen Czech et al. auf Nahrungsmitteladditiva und nicht steroidale Antiphlogistika als Auslöser von pseudoallergischen Reaktionen hin. Gerade aber die von Niec et al. (4) berichteten Ergebnisse aus sieben Studien (19801996) fanden bei Reizdarmpatienten, dass neben Milch, Ei und Weizen eben Lebensmittel mit hohem Salicylatgehalt am häufigsten Symptome induzierten.

Vielen Dank für die ergänzenden Bemerkungen von Frau Mrowietz-Ruckstuhl. Ihre Beobachtungen bezüglich der Veränderungen der Darm- und Stuhlflora bei Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien entsprechen den in der Literatur beschriebenen Befunden (5). Die Bestimmung der IgG-Titer gegen Lebensmittel reflektiert die Darmpermeabilität; der IgG-Titer gilt als Expositionsmarker ohne Krankheitswert und ansteigende IgG-Titer können Ausdruck einer sich entwickelnden Toleranz sein. Ihr Aussagewert ist höchst fragwürdig, sodass diese Tests nicht als Grundlage für eine Diät verwandt werden dürfen (Gefahr der iatrogenen Hypoalimentation).
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0040b

Dr. med. Yurdagül Zopf
Medizinsche Klinik 1, Universitätsklinikum Erlangen
Ulmenweg 18
91054 Erlangen
E-Mail: yurdaguel.zopf@uk-erlangen.de

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Eigenmann PhA: Mechanisms of food allergy. Pediatr Alergy Immunol 2009; 20: 5–11 MEDLINE
2.
Hartmann K, Henz BM: Mastocytosis: recent advances in defining the disease. J Investig Dermatol Symp Proc 2001; 2: 143–7.
3.
Hedman J, Kaprio J, Poussa T, Nieminen MM: Prevalence of asthma, aspirin intolerance, nasal polyposis and chronic obstructive pulmonary disease in a population-based study. Int J Epidemiol 1999; 28: 717–22 MEDLINE
4.
Niec AM, Frankum B, Talley NJ: Are adverse food reactions linked to irritable bowel syndrome? Am J Gastroenterol 1998; 93: 2184–90 MEDLINE
5.
Majamaa H, Miettinen A, Laine S, Ilsolauri E: Intestinal inflammation in children with atopic eczema: faecal eosinophilic cationic protein and tumor necrosis factor alpha as non-invasive indicators of food allergy. Clin Exp Allergy 1996; 26: 181–7 MEDLINE
6.
Zopf Y, Baenkler HW, Silbermann A, Hahn EG, Raithel M: The differential diagnosis of food intolerance [Differenzialdiagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(21): 359–69 MEDLINE
1. Eigenmann PhA: Mechanisms of food allergy. Pediatr Alergy Immunol 2009; 20: 5–11 MEDLINE
2. Hartmann K, Henz BM: Mastocytosis: recent advances in defining the disease. J Investig Dermatol Symp Proc 2001; 2: 143–7.
3. Hedman J, Kaprio J, Poussa T, Nieminen MM: Prevalence of asthma, aspirin intolerance, nasal polyposis and chronic obstructive pulmonary disease in a population-based study. Int J Epidemiol 1999; 28: 717–22 MEDLINE
4. Niec AM, Frankum B, Talley NJ: Are adverse food reactions linked to irritable bowel syndrome? Am J Gastroenterol 1998; 93: 2184–90 MEDLINE
5. Majamaa H, Miettinen A, Laine S, Ilsolauri E: Intestinal inflammation in children with atopic eczema: faecal eosinophilic cationic protein and tumor necrosis factor alpha as non-invasive indicators of food allergy. Clin Exp Allergy 1996; 26: 181–7 MEDLINE
6. Zopf Y, Baenkler HW, Silbermann A, Hahn EG, Raithel M: The differential diagnosis of food intolerance [Differenzialdiagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(21): 359–69 MEDLINE

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