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LNSLNS Wir danken dem Kollegen Nizze für seine wertvollen Hinweise. Die Atlanta-Klassifikation unterteilt tatsächlich Pseudozysten des Pankreas anhand der zugrunde liegenden Erkrankung (akute oder chronische Pankreatitis). In Bezug auf die Prognose macht das Sinn, weil die Rückbildungstendenz bei Pseudozysten in Folge einer akuten Pankreatitis groß, bei Pseudozysten nach chronischer Pankreatitis praktisch nicht vorhanden ist. Therapeutisch lassen sich wiederum chronische Pseudozysten relativ leicht durch eine einfache endoskopische Drainage beeinflussen, während die Behandlung akuter Pseudozysten mit mehr Komplikationen behaftet ist und häufig eine endoskopische Nekrosektomie einschließt oder erfordert. Pathogenetisch und im Bezug auf die Morphologie in Bildgebung und Histopathologie ist die aktuelle Atlanta-Klassifikation, wie von Herrn Nizze dargelegt, weit weniger hilfreich. Hier versucht eine Novellierung Abhilfe zu schaffen. Diese Leitlinie wird ausdrücklich auch die Morphologie berücksichtigen und als internationaler Konsens hoffentlich in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Da die Konsensbildung aber noch nicht abgeschlossen und schwieriger als erwartet ist, konnte diese Neuklassifikation in unserer aktuellen Übersicht noch nicht berücksichtigt werden.

Die von Herrn Nizze erwähnte Pannikulitis sowie andere systemische Komplikationen der extrapankreatischen Aktivität von Verdauungsenzymen treten gelegentlich bei akuter, sehr viel seltener bei chronischer Pankreatitis auf. Vereinzelt wird diese Komplikation auch bei Acinuszellkarzinomen beobachtet. Nach unserer Erfahrung liegt die Inzidenz mit bisher 48 in der Literatur beschriebenen Fällen deutlich unter 1/1 000 Pankreatitis-Fällen. Aus diesem Grund wurden sie auch nicht als typische Komplikation der chronischen Pankreatitis in unserer Übersicht aufgelistet. Neben der Behandlung der Grundkrankheit bietet die Gabe von Octreotid (1) zur Hemmung der Pankreassekretion heute eine Möglichkeit zur Reduktion der lytischen, extrapankreatischen Nekrosen.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0042b

Prof. Dr. med. Markus M. Lerch
Direktor der Klinik für Innere Medizin A
Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Friedrich-Loeffler-Straße 23A
17475 Greifswald
E-Mail: gastro@uni-greifswald.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
García-Romero D, Vanaclocha F: Pancreatic panniculitis. Dermatol Clin 2008; 26(4): 465–70, vi MEDLINE
2.
Lerch M, Stier A, Wahnschaffe U, Mayerle J: Pancreatic pseudocysts: observation, endoscopic drainage or resection? [Pankreaspseudozysten. Abwarten, endoskopisch drainieren, resezieren?] Dtsch Ärztebl Int 2009; 106(38): 614–21 MEDLINE
1. García-Romero D, Vanaclocha F: Pancreatic panniculitis. Dermatol Clin 2008; 26(4): 465–70, vi MEDLINE
2. Lerch M, Stier A, Wahnschaffe U, Mayerle J: Pancreatic pseudocysts: observation, endoscopic drainage or resection? [Pankreaspseudozysten. Abwarten, endoskopisch drainieren, resezieren?] Dtsch Ärztebl Int 2009; 106(38): 614–21 MEDLINE

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