ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2010Medizinische Versorgungszentren: Streit um Trägerschaft

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Medizinische Versorgungszentren: Streit um Trägerschaft

Dtsch Arztebl 2010; 107(3): A-59 / B-51 / C-51

Gerst, Thomas

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LNSLNS Der Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine rasche gesetzliche Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Beschränkungen bei der Trägerschaft von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) ausgesprochen. Überfällig sei eine Klarstellung, dass MVZ vorrangig in die Hände von Ärzten und nur nachrangig auch in die von Krankenhäusern gehörten. „Ganz und gar nicht dürfen MVZ Spekulationsobjekt von Kapitalfirmen und ausschließlich gewinnorientierten Investoren sein. Hier verspricht der Koalitionsvertrag sinnvolle Verbesserungen“, sagte er beim Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ in Berlin.

Deutliche Kritik an diesen Ausführungen kommt vom Bundesverband Medizinische Versorgungszentren (BMVZ). Der BÄK-Vizepräsident gefährde mit seiner Forderung die notwendige Weiterentwicklung hin zu einer stärkeren Integration der Versorgungssektoren, erklärte der BMVZ-Vorsitzende, Dr. med. Bernd Köppl. Auch die Einbindung „Dritter Träger“ in die ambulante Versorgung durch die Ausdehnung des MVZ-Trägerkreises auf alle GKV-Leistungserbringer sei insgesamt als Fortschritt zu bewerten, da dadurch in den letzten Jahren innovative Versorgungskonzepte insbesondere an den vielfältigen Schnittstellen des ambulanten Sektors befördert worden seien. Der Vorstoß des BÄK-Vize sei gegen die Interessen der Ärzte gerichtet, denen mit MVZ in Trägerschaft von Krankenhäusern die Verschränkung von stationärer und ambulanter Behandlung ermöglicht werde.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft wendet sich gegen die im Koalitionsvertrag angekündigte Rückführung der MVZ in die Trägerschaft von Ärzten. TG
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