ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2010Elektronischer Arztausweis. Pilotprojekt in Hamburg

POLITIK

Elektronischer Arztausweis. Pilotprojekt in Hamburg

Dtsch Arztebl 2010; 107(3): A-72

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Ärztliche Gutachter nutzen die qualifizierte digitale Signatur für Verfahren nach dem Schwerbehindertenrecht.

Hamburger Ärztinnen und Ärzte, die im Auftrag der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutz Gutachten nach dem Schwerbehindertenrecht erstellen, nutzen dafür künftig den elektronischen Arztausweis (eArztausweis). Zurzeit sind 60 Ärzte verschiedener Fachrichtungen in dieser Funktion für das Hamburger Versorgungsamt tätig. Der eArztausweis ermöglicht es ihnen, sich im sogenannten Gutachterverfahren gegenüber dem Internetportal „GovernmentGateway“ sicher zu authentifizieren und elektronische Dokumente rechtsverbindlich digital zu signieren.

Das Gutachterverfahren wird in Hamburg bereits seit Ende 2008 ausschließlich online durchgeführt, die Ärzte geben ihre Stellungnahmen nach dem Schwerbehindertenrecht dabei direkt in eine spezielle Datenbank (Schweb.NET) ein. Bislang nutzten sie zur Anmeldung und für den Zugriff auf die sensiblen Patientendaten eine einfache Authentifizierung über Kennung und Passwort. Diese Übergangslösung wird jetzt durch ein hochsicheres Verfahren ersetzt, das den datenschutzrechtlichen Vorgaben des hamburgischen Datenschutzbeauftragten Rechnung trägt. Die Anmeldung im Portal ist nunmehr mit der zusätzlich durch eine PIN gesicherten Signaturkarte möglich. Als eArztausweis gewährleistet diese zugleich, dass nur approbierte Ärzte an dem Gutachterverfahren teilnehmen können.

Erfahrungen mit dem Prozedere sammeln
Die Ärztekammer Hamburg beteiligt sich als Herausgeber der elektronischen Ausweise an dem Projekt. Ihre Aufgabe ist es unter anderem zu bestätigen, dass der Antragsteller Arzt ist. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Ärztekammer Hamburg, sieht das als Chance für die Kammer, sich in einem zunächst überschaubaren Rahmen mit dem Prozedere vertraut zu machen, das mit der Herausgabe der neuen Ausweise verbunden ist. „Wenn dann der Startschuss fällt und die über 12 000 Hamburger Ärztinnen und Ärzte elektronische Arztausweise beantragen, sind wir darauf bestens vorbereitet“, betonte er.

Durch Sponsoring Gebührensenkung möglich
Den Ärzten werden die für den Einsatz des elektronischen Ausweises erforderlichen Signaturkomponenten – Kartenlesegerät und Software – leihweise kostenfrei zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus fallen lediglich geringfügige Gebühren für die Teilnahme am Verzeichnisdienst bei einem akkreditierten Zertifizierungsdiensteanbieter an. Diese ist erforderlich, damit die Gültigkeit des jeweiligen Signaturzertifikats überprüft werden kann. Ärzte, die ihren Ausweis zusätzlich für das Online-Banking mit eTAN bei der Apobank oder für die privatärztliche Online-Abrechnung mit der PVS Schleswig-Holstein/Hamburg nutzen, erhalten Gutschriften und können so diese Gebühren senken.

Um die Antragsteller zu unterstützen, bietet die Ärztekammer gebührenfreie Beratungen für die Beantragung der neuen Ausweise an und begleitet die Ärzte durch das aufwendige Verfahren. Die speziell geschulten Mitarbeiterinnen des Ärzteverzeichnisses erledigen dabei vor Ort auch die notwendige Personenidentifizierung des Antragstellers, das „KammerIdent“-Verfahren, gleich mit.
Heike E. Krüger-Brand
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