ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2010Richtgrössen: Die Absurdität der Richtgrößen
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Es ist ja ganz schön, dass uns die KVen bei den Regressanträgen helfen können. Sie sollten aber auch einmal die grundsätzliche Problematik beleuchten. Nach Einführung der Richtgrößenprüfungen bekamen viele Kolleginnen und Kollegen von den Prüfgremien Anfragen und Regressanträge in teilweise schwindelnder Höhe wegen Überschreitungen bei den Heilmittelverordnungen. Aus Angst vor Regressen gingen die Verordnungen danach dermaßen zurück, dass vorher unauffällige Kolleg(inn)en nun beim Fachgruppenschnitt auffällig wurden. Ich persönlich habe daraus und aufgrund der Tatsache, dass eine intensive Betreuung der Patienten bei Pauschalen ohnehin nur bestraft wird, die Konsequenz gezogen, geeignete Patienten vermehrt zu den mittlerweile häufiger anzutreffenden Rehamedizinern zu überweisen. Folge: Bei denen wird nun auch eine Pauschale ausgelöst, die zusätzlich kostet, und die Verordnung von Heilmitteln ist weitaus umfangreicher. Der Behandlungsfall wird also für die Kassen sehr viel teurer als bei mir, aber ich habe keine Probleme mehr mit Richtgrößen, und auch sonst fällt niemand unangenehm auf! Kolleg(inn)en auf dem Lande haben diese Möglichkeit nicht und kommen voll in die Mühle. Diese Tatsachen zeigen die absolute Absurdität dieser Richtgrößenprüfungen, die von Ulla Schmidt als reine Druckmittel eingesetzt wurden unter dem Motto: Qualität egal, Hauptsache billig und auf Kosten der Ärzte. Dagegen sollte sich die Ärzteschaft nach Schmidts Abgang nun endlich zur Wehr setzen und nicht nach neuen Waffen für den ungleichen und unsinnigen Kampf suchen.
Dr. med. Henning Fischer, 32052 Herford
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