ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2010Claude Monet: Die Bewegung des Lichts

KULTUR

Claude Monet: Die Bewegung des Lichts

Dtsch Arztebl 2010; 107(3): A-93 / B-79 / C-79

Gold, Dagmar

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Mit seinen Seerosenbildern, die in Giverny entstanden, eröffnete Monet mit seiner Kunst ganz neue Möglichkeiten. Foto: von der Heydt Museum
Mit seinen Seerosenbildern, die in Giverny entstanden, eröffnete Monet mit seiner Kunst ganz neue Möglichkeiten. Foto: von der Heydt Museum
Mit einer beeindruckenden Ausstellung will das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal dem Besucher die Möglichkeit bieten, das Werk des französischen Malers auf neue Weise zu erleben.

Claude Monet versuchte in seinen Bildern, die atmosphärischen Erscheinungen und die Bewegung des Lichts bevorzugt zur Sommerzeit einzufangen, wenn das Motiv sich am schönsten zeigt und durch den Kontrast des Schattens mit besonderer Leuchtkraft hervortritt. Möglich wurde der neue Kunststil des Impressionismus durch die Malerei im Freien, en plein air, im Gegensatz zu der offiziell geförderten Akademiekunst, die im Atelier entstand. Monet beobachtete aufmerksam die Veränderungen der Lokalfarben beim Wechsel der Wetter- und Lichtverhältnisse, die Farbigkeit der Reflexe und Schatten und hellte seine Palette stark auf, um die Leuchtkraft des Sonnenlichts erscheinungsgetreuer wiederzugeben. Dazu setzte er möglichst reine Farben in Tupfen und Strichen nebeneinander. Diese offene Form gab seinen Bildern die Wirkung von raschen Skizzen nach einer in ständiger Veränderung des Erscheinungsbilds befindlichen bewegten Wirklichkeit.

1890 ließ sich Claude Monet in Giverny nieder und legte dort in seinem Garten den berühmten Seerosenteich an. Nun eröffnete er mit Bildern, die in diesem Garten und am Teich entstanden, seiner Kunst ganz neue Möglichkeiten. Durch die Einbeziehung der Spiegelungen der Umgebung in die Darstellung der Seerosen verschwammen das eindeutige Oben und Unten. Ob die Seerosen in Wirklichkeit groß oder klein sind, ist nicht zu erkennen, denn es fehlt an relativierenden Anhaltspunkten. Durch Anschnitt des Motivs gelang es Monet, den Eindruck von Monumentalität sogar im kleinen Bildformat zu erzeugen. Der späte Monet konzentrierte sein Schaffen auf ein verfeinertes Naturempfinden und auf seine persönlichen Seherlebnisse, vor allem differenzierte Farbnuancen. Nachdem seine Sehkraft stark nachgelassen hatte, wurden seine Bilder skizzenhafter, als hätte er die Motive hinter einem Nebelschleier betrachtet. Dadurch beschleunigte und verstärkte sich die lange zuvor begonnene abstrakte Tendenz in seinen Bildern. Die allmähliche Formauflösung der Bildgegenstände, die für Monet in seinen letzten Schaffensjahren kennzeichnend ist, bereitete schließlich den Weg für die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts. Die große Ausstellung über Claude Monets Werk ab Herbst 2009 im Von- der-Heydt-Museum Wuppertal gibt dem Spätwerk den Vorrang und versucht, die herausragende Leistung des Künstlers für die Moderne zu verdeutlichen.
Dagmar Gold

Informationen
Hochwertige Kunstdrucke sind in der Deutscher- Ärzte-Verlag-Edition, folienveredelt, mit Leinendruck erhältlich. Gerahmt in drei Zentimeter breiter Holzleiste mit Silberauflage. Weiße Leiste auf Anfrage. Die Motive: „Nymphenbrücke“: circa 80 5 60 cm, 245 Euro + 15 Euro Versandkosten; „Seerosen“: circa 95 5 95 cm, 355 Euro + 20 Euro Versandkosten; „Badende in Grenoulliers“: 66 5 86 cm, 275 Euro + 15 Euro Versandkosten. Bestellung über: Deutscher Ärzte-Verlag Edition, Dieselstraße 2, 50859 Köln, Telefon: 0 22 34/70 11-3 24, Fax: 0 22 34/70 11-4 76, E-Mail: vsbh@aerzteverlag.de. Die Claude-Monet-Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal ist noch bis zum 28. Februar zu sehen. Informationen: www.von-der-heydt-museum.de
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