VARIA: Post scriptum

Zu Ehren von Hermann Eberhard Richter

Dtsch Arztebl 1997; 94(24): [44]

Klinkhammer, Gisela

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Das stilisierte Porträt von Prof. Dr. med. Hermann Eberhard Richter ziert den Sonderstempel, der aus Anlaß des 100. Deutschen Ärztetages (27. bis 31. Mai in Eisenach) herausgekommen ist. Das Motiv des Ärztetag-Sonderstempels wurde auf Vorschlag des Leiters der Motivgruppe "Medizin und Pharmazie" im Philatelistenverband, Dr. med. Rudolf Wallossek, Orthopäde aus Odenthal, realisiert.
Prof. Dr. med. Hermann Eberhard Richter war der Gründer des "Deutschen Aerztevereinsbundes" und des "Aerztlichen Vereinsblattes für Deutschland". Richter, am 14. Mai 1808 in Leipzig als Sohn eines Kaufmanns geboren, begann sein Medizinstudium 1826 in seiner Geburtsstadt. Er bestand 1830 sein Rigorosum und wurde 1831 Assistent des Hofrates und Leibarztes Heinrich Leopold Francke in Dresden, wo seitdem sein ständiger Wohnsitz war. Die Doktorwürde erwarb er 1834; 1837 wurde er zum Professor für allgemeine und spezielle Therapie an der Medizinisch-Chirurgischen Akademie Dresden und zum Direktor der angegliederten Medizinischen Poliklinik ernannt. 1848 wurde er wegen Teilnahme am Aufruhr in Dresden in einen Hochverratsprozeß verwickelt und seines Amtes enthoben. Nach seinem Freispruch im Jahr 1850 setzte man ihn auf "Wartegeld". Von da an engagierte er sich intensiv für Reformen der Medizinalgesetzgebung - neben seiner Praxistätigkeit. So bemühte er sich unter anderem um eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in den Schulen und eine stärkere Berücksichtigung der Naturwissenschaften in den Gymnasien. Der "fanatische Apostel der Medizinalreform", wie er sich selbst scherzhaft bezeichnete, trat außerdem für eine Verbesserung des Gesundheitswesens ein. Vor allem bei den Versammlungen der "Naturforscher" forderte er eine Aufwertung des ärztlichen Standes mit entsprechender Einflußnahme auf Fragen in Standesangelegenheiten.
Auf der Naturforscher-Versammlung am 14. August 1872 wurde auf Initiative Richters der "Deutsche Aerztevereinsbund" gegründet, dessen Ausschuß als Geschäfts- und Schriftführer er bis zu seinem Tod angehörte. Das von ihm begründete, redigierte und auf eigene Kosten herausgegebene "Aerztliche Vereinsblatt" wurde zum Sprachrohr der Interessen des "Deutschen Aerztevereinsbundes" und der deutschen Ärzteschaft. Richter starb am 24. Mai 1876. Ihm und seinem Mitstreiter Eduard Graf zu Ehren errichtete der "Deutsche Aerztevereinsbund" im Jahr 1897 ein Denkmal in Eisenach. Kli
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