ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2010Immunologie: Wandelbare T-Zellen

MEDIZINREPORT

Immunologie: Wandelbare T-Zellen

Dtsch Arztebl 2010; 107(4): A-133 / B-115 / C-115

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LNSLNS Die gezielte Reprogrammierung der Abwehrzellen könnte vor Autoimmunerkrankungen schützen.

T-Helferzellen sind offenbar „lernfähiger“ als bislang bekannt. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die Prägung von T-Helferzellen (TH-Zellen) auf einen bestimmten Erregertyp unumkehrbar ist. Nun konnten Wissenschaftler von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und vom Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin (DRFZ) erstmals nachweisen, dass sich bereits spezialisierte TH-Zellen umprogrammieren lassen: Von TH2-Zellen, die die Immunabwehr gegen extrazelluläre Krankheitserreger regulieren, auf TH1-Zellen, die sich auf Viren und andere intrazelluläre Erreger spezialisiert haben. Da die TH2-Zellen auch allergieverstärkende Eigenschaften haben und Asthma mit verursachen können, eröffnen diese Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung neue therapeutischen Strategien.

Durch die neue Prägung auf Viren gehe die anfängliche Spezialisierung auf Parasiten nicht verloren, berichten die Wissenschaftler. Stattdessen entsteht ein neuer Zwischentyp, die sogenannten TH2+1-Zellen. Sie vereinen in sich das Abwehrpotenzial beider Untergruppen und erwiesen sich in der Studie als stabil, wie die Wissenschaftler um Prof. Dr. rer. nat. Max Löhning und Prof. Dr. med. Andreas Radbruch berichten (Immunity 2010, doi:10.1016/j.immu ni.2009.12.004): Auch Monate nach Abklingen einer Virusinfektion ließ sich die neu erworbene antivirale Abwehrfunktion noch in den Gedächtnis-T-Zellen nachweisen.

„Durch das Umprogrammieren in eine Hybridform hoffen wir, die allergieverstärkenden Eigenschaften der T-Helferzellen schwächen zu können“, sagte Löhning. EB

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