ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2010Arbeitszeiten: Übergabe gesichert
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Wir danken herzlich für Ihr Echo auf unsere Studie zur Müdigkeit von neurologischen Assistenzärzten, die ich während meiner Assistenzarztzeit durchgeführt hatte, auch das vielleicht ein interessantes Faktum, das berücksichtigt werden sollte. Alle Ärzte sind zu dem Studienzeitpunkt nach der Messung nach Hause zum Schlafen gegangen, es ging also mitnichten um die Frage, ob man nach Nachtdiensten noch arbeiten kann. Das musste ich nie, seitdem ich 1998 in der Dresdener Neurologie angefangen habe. Deshalb wurde auch der PASAT-Test verwendet, weil er relativ schnell durchzuführen war. Die Untersuchungen wurden vor der Klinikkonferenz in einem engen Zeitfenster durchgeführt, wonach der Assistent nach Hause gehen konnte.

Es ging vielmehr um den Vergleich von 24-Stunden-Bereitschaftsdienst und Schichtdienst. Ich halte das für sehr wichtig, weil für uns der Bereitschaftsdienst viel sozialverträglicher ist als der Schichtdienst, der uns für Perioden zu sozialunverträglichen Nachteulen beziehungsweise Abendsarbeitenden macht. Da das Paper in einem US-amerikanischen Journal eingereicht wurde, mussten wir andere Schwerpunkte setzen. Wir sind auch erstaunt, dass andere wichtige Punkte wie die objektive Messung der Müdigkeit nicht erwähnt wurden. Hier erfolgte keine Abfrage mittels Fragebögen, sondern erstmals objektiv mit PST.

Jede Form der Nachtarbeit ist unphysiologisch und macht müde, das gilt für Schichtdienst und Bereitschaftsdienst. Dies muss festgehalten werden. Trotzdem muss man sich keine Sorgen machen, dass man die Übergabe nicht mehr hinbekommt, so müde ist man dann doch nicht . . .

PD Dr. Tjalf Ziemssen, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, 01307 Dresden
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