ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2010Heike Groos: Mehr Wertschätzung für Soldaten

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Heike Groos: Mehr Wertschätzung für Soldaten

Dtsch Arztebl 2010; 107(4): A-147 / B-129 / C-129

Hibbeler, Birgit

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Heike Groos. Foto: dpa
Heike Groos. Foto: dpa
Weiter weg hätte sie nicht gehen können. Die ehemalige Bundeswehrärztin Heike Groos hat Deutschland verlassen und lebt mittlerweile auf der anderen Seite der Erdkugel – in Neuseeland. Mit ihrem Buch „Ein schöner Tag zum Sterben“, in dem sie ihre Einsätze in Afghanistan beschreibt, landete sie bereits Ende 2009 auf den Bestsellerlisten.

Anfangs hatte sich Groos freiwillig für Afghanistan gemeldet. Einschneidend war für sie dann aber ein Erlebnis im Juni 2003, als ein Bus mit Bundeswehrsoldaten Ziel eines Taliban-Anschlags wurde. Vier Tote, 30 Verletzte. Groos leitete damals als Notärztin den Rettungseinsatz. Die Bilder ließen sie nicht mehr los, und sie musste außerdem erkennen, dass sich die Bundeswehr auf keinem humanitären Einsatz befand.

Dreimal war Groos in Afghanistan. Während sie dort war, funktionierte sie, der Zusammenbruch kam später. Das Buch habe ihr geholfen, die Erlebnisse zu verarbeiten, sagt sie. Grundsätzlich gegen das En-gagement der Bundeswehr ist sie auch heute nicht, wohl aber dafür, die Strategie zu überdenken. Außerdem verlangt sie von den Politikern sowie der Öffentlichkeit einen Dialog mit den Soldaten und mehr Wertschätzung für deren Arbeit.

Groos wurde 1960 in Gießen geboren und verpflichtete sich nach dem Studium der Humanmedizin als Zeitsoldatin. Danach arbeitete die fünffache Mutter unter anderem als Notärztin. Mit Beginn des Afghanistan-Einsatzes wurde sie erneut rekrutiert und verbrachte insgesamt zwei Jahre als Oberstabsärztin am Hindukusch. Birgit Hibbeler
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