ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2010Chirurgen: Warnung vor „Doping“ im OP

BERUF

Chirurgen: Warnung vor „Doping“ im OP

Dtsch Arztebl 2010; 107(4): [146]

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) warnt Chirurgen vor Arzneimitteln zur mentalen Leistungssteigerung (Neuroenhancern). Wie viele andere Berufsgruppen seien auch Ärztinnen und Ärzte bei wachsendem Leistungsdruck oft versucht, konzentrationsfördernde Medikamente zu schlucken. Derzeit seien aber weder die Wirkung dieses Gehirndopings noch die davon ausgehende Gefahr ausreichend erforscht.

„Bei einem chirurgischen Eingriff sind in höchstem Maße klare Urteilsfähigkeit und Entschlusskraft gefragt“, betont DGCH-Generalsekretär Hartwig Bauer. Diese könnten durch die Einnahme von Neuroenhancern beeinträchtigt sein. Auch die nötige Distanz zum Operationsgeschehen könne durch Substanzen wie Modafinil oder auch Methylphenidat verloren gehen.

Hintergrund der DGCH-Warnung ist ein Memorandum, in dem Experten unterschiedlicher Fachrichtungen für einen offeneren und liberaleren Umgang mit dem „Gehirndoping“ plädieren. „Ein liberalisierter Umgang, der mangels qualifizierter Studien schlicht auf Unsicherheit und Unwissenheit basiert, wäre das falsche Signal“, betont Bauer.

Welche Rolle die Wachmacherpillen für Operateure tatsächlich spielen, ist der Fachgesellschaft zufolge bisher unklar. Deshalb untersucht die DGCH zurzeit, ob und in welchem Umfang Chirurgen in Deutschland ihre berufliche Leistung medikamentös steigern. hil
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