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LNSLNS Wir danken Prof. Vinz für seinen Hinweis, die akute Appendizitis als Differenzialdiagnose einer infektiösen Gastroenteritis zu bedenken. Allerdings teilen wir nicht seine Einschätzung, dass eine Appendizitis die häufigste Differenzialdiagnose der akuten Gastroenteritis ist und mit einer Häufigkeit von einer Appendizitis auf 100 akute Durchfallerkrankungen zu rechnen ist. Wie in unserem Artikel dargelegt, liegt der Häufigkeitsgipfel der akuten Gastroenteritis bei älteren Säuglingen und jungen Kleinkindern, die im Schnitt ein bis zwei Durchfallepisoden pro Jahr durchmachen. Die akute Appendizitis betrifft dagegen vor allem Schulkinder, mit einer Häufigkeit von vier Kindern dieser Altersklasse auf 1 000 pro Jahr. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die akute Appendizitis dagegen sehr viel seltener. In einer retrospektiven Analyse der Kinderklinik Toronto über einen Zeitraum von 28 Jahren waren nur 2,3 % aller Kinder jünger als drei Jahre (1). Allerdings ist eine atypische Präsentation mit später Diagnose und hohem Risiko einer Perforation bei diesen jungen Kindern häufig. Durchfall hatten 41 % der Kleinkinder mit Appendizitis, während dieses Symptom im Schulkindalter bei weniger als 20 % beobachtet wird. Erbrechen findet sich bei der Mehrzahl, unabhängig vom Alter. Eine systematische Übersichtsarbeit ergab, dass bei Kindern, die wegen Bauchschmerzen in einer Notfallambulanz vorstellig werden, Fieber und Abwehrspannung am besten diskriminierten (positive Likelihood-Ratio 3,4 beziehungsweise 3,0), während die rektale Untersuchung, Erbrechen, Durchfall und die Leukozytenzahl wenig hilfreich waren (2). Die akute Appendizitis ist und bleibt eine klinische Diagnose. Wir stimmen mit Prof. Vinz überein, dass das Kind im Zweifelsfall stationär aufgenommen und engmaschig klinisch evaluiert werden muss.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0072b

Prof. Dr. med. Sibylle Koletzko, Stephanie Osterrieder
Abt. für Päd. Gastroenterologie und Hepatologie, Dr. von Haunersches Kinderspital, Ludwig Maximilians Universität München, Lindwurmstraße 4, 80337 München
E-Mail: Sibylle.Koletzko@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt
Prof. Koletzko erhielt Studienunterstützung von Fresenius und Honorare für Vorträge oder Beratertätigkeit von Abbott, Danone, Fresenius, Hipp und Sanofi-Pasteur. Frau Osterrieder erhielt Unterstützung für eine Kongressteilnahme von Danone.
1.
Alloo J, Gerstle T, Shilyansky J, Ein SH: Appendicitis in children less than 3 years of age: a 28-year review. Pediatr Surg Int 2004; 19: 777–9 MEDLINE
2.
Bundy DG, Byerley JS, Liles EA, Perrin EM, Katznelson J, Rice HE: Does this child have appendicitis? JAMA 2007; 298: 438–51 MEDLINE
3.
Koletzko S, Osterrieder S: Acute infectious diarrhea in children [Akute infektiöse Durchfallerkrankung im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(33): 539–48 VOLLTEXT
1. Alloo J, Gerstle T, Shilyansky J, Ein SH: Appendicitis in children less than 3 years of age: a 28-year review. Pediatr Surg Int 2004; 19: 777–9 MEDLINE
2. Bundy DG, Byerley JS, Liles EA, Perrin EM, Katznelson J, Rice HE: Does this child have appendicitis? JAMA 2007; 298: 438–51 MEDLINE
3. Koletzko S, Osterrieder S: Acute infectious diarrhea in children [Akute infektiöse Durchfallerkrankung im Kindesalter]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(33): 539–48 VOLLTEXT

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