ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2010Schnittstellen: Verwirrung
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Die Autoren monieren wahrscheinlich zu Recht, dass der Übergang vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich für die Patienten selten reibungslos verlaufen wird, und gehen dabei konkret auf die „Dauerbaustelle“ Entlassungsmedikation ein, wonach sich die Vertragsärzte aufgrund ihrer Arzneimittelbudgets außerstande sehen, die oft teure im Krankenhaus begonnene Medikation weiterzuführen, so als dürften es sich Krankenhäuser leisten, ineffiziente Pharmakotherapie zu betreiben. Es würden doch alle gewinnen, wenn von vornherein nur diejenigen Medikamente verschrieben würden, die wirklich nötig sind, und dabei das jeweils preiswerteste in etwa gleichwertige generische Präparat genommen wird, und dass, sollte die Liste länger als fünf sein, bei der Entlassung nochmals geguckt wird, ob denn wirklich alle acht Medikamente für den Patienten nützlich und halbwegs zuverlässig einnehmbar sind.

Nebenbei bemerkt: Generika und Markennamen bringen Sie in Ihrem Aufsatz selbst etwas durcheinander, indem Sie in puncto Protonenpumpenhemmer von „Omeprazol oder Pantozol“ sprechen, wo es Pantoprazol heißen müsste. Dieser Suffix ist eigentlich gerade dazu da, um dem verschreibenden Arzt die hinreichende Gleichwertigkeit der zwei Mittel anzudeuten.

Allein die in Deutschland verbreitete Praxis, Medikamente mit ihrem Markennamen anzusprechen, kostet übers Jahr gerechnet sicher viele Millionen, weil so weniger Generika verwendet werden. Diese Konfusion hat darüber hinaus auch Folgen für die Patientensicherheit, da es zu Verwirrung und Verwechslungen kommt.

Dr. Daniel Weyandt, 10435 Berlin
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