ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2010Ärztemangel: Die Ursachen der Demotivation
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Die enge Korrelation von Betriebsklima und Mitarbeitermotivation bewies sich bereits Anfang der 2000er, als NC-dezimierte Jahrgänge auf zeitraubende DRG-Implementierungen, auf eine neue Flut von MDK-Anfragen sowie schwerfällige EDV-Programme trafen. Bevor die Administrationen personell mit der Aufblähung ihrer Apparate reagierten, waren einzig die Ärzte bestimmt, die zusätzlichen berufsfremden Lasten ohne Kompensation zu tragen. Missmut, Krankheit und Fluchtreaktionen waren Ausdruck der Demotivation als Folge fahrlässig ausbleibender Unterstützung. Damit war der Keim gelegt für einen generellen Mangel an Ärzten in Deutschland, da das Krankenhaus die Fachausbildung auch der künftigen niedergelassenen Ärzteschaft gewährleistet.

Stattdessen funktioniert die Bürokratie in der Durchsetzung monologischer Auffassungen in organisatorischen und personellen Belangen der Abteilungen, flankiert von unautorisierten Beurteilungen beflissener Pflegedienste. Nachteilig befördert wird dies durch die in der Regel fehlende Repräsentanz der Ärzte in den Mitarbeitervertretungen.

Die Liberalisierung des Numerus clausus und Beseitigung der motivationshemmenden Faktoren im Krankenhaus würde die Ursachen-Wirkungs-Kette des Mangels stoppen. Dazu gehört auch die Glaubwürdigkeit der Abteilungsleiter durch Rückstellung parahypokratischer Interessen und deren entschiedenes Eintreten für die unterstellten ärztlichen Kolleginnen und Kollegen gegen totalitäre Allüren im Führen der Krankenhausgeschäfte.

Dr. med. Ernst Dundalek, 58708 Menden
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