ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2010Autismus: Früherkennung wichtig für Intervention

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Autismus: Früherkennung wichtig für Intervention

EB

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Ein Fragebogen soll den Eltern die Einschätzung möglicher Probleme ihrer Kinder erleichtern. Foto: Fotolia
Ein Fragebogen soll den Eltern die Einschätzung möglicher Probleme ihrer Kinder erleichtern. Foto: Fotolia
Das Internetportal www.autismus-frueherkennung.de thematisiert die Früherkennung autistischer Störungen. Betreiber der Seite ist der Arzt Jochen Busse, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt und ein Projekt zur Früherkennung initiiert hat.

„Früh“ bedeutet dabei sehr früh, nämlich mit 18 Monaten. In Deutschland wird derzeit die Autismus-diagnose in den meisten Fällen erst im Alter von vier bis fünf Jahren gestellt, bei Asperger-Patienten sogar noch später. Viele Eltern wissen allerdings schon sehr früh über die Probleme ihrer Kinder Bescheid, finden häufig aber nicht das richtige Gehör. So vergehen bis zur Diagnosestellung zwei, drei oder noch mehr wertvolle Jahre, in denen bereits mit Interventionsmaßnahmen begonnen werden könnte.

Das Kernstück der Seite ist ein Elternfragebogen, der unter dem Motto „10 Fragen an Ihr Kind“ als Schnelltest anonym und kostenfrei zur Verfügung steht. Unmittelbar nach Absenden des ausgefüllten Testbogens erhalten die Eltern eine (standardisierte) Ergebnisantwort – in Form von drei alternativen Zuordnungen: Risikogruppe 0 (kein Autismusverdacht), Risikogruppe 1 (Autismusanfangsverdacht) und Risikogruppe 2 (hoher Autismusverdacht). Innerhalb von drei Monaten sei die Seite mehr als 6 000-mal angeklickt worden, und mehr als 1 500 Schnelltests wurden versandt. Hierbei entfielen 58 Prozent auf die Risikogruppe 0, 18 Prozent wurden der Gruppe 1 und 24 Prozent der Gruppe 2 zugeordnet, berichtete Busse. Dabei kamen 87 Prozent der Nutzer aus Deutschland, sieben Prozent aus Österreich und vier Prozent aus der Schweiz. EB

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