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LNSLNS Leider wurde ein Artikel abgedruckt, welcher die Behandlung einer Erkrankung bei Erwachsenen und Kindern in ein Schema bringen will. Dies ist aufgrund der bekannten Besonderheiten von Säuglingen und Kleinkindern nicht möglich. Gleichzeitig wurde die Empfehlung für die Behandlung von Kindern unter zehn Jahren mit einer Verbrennung in einem Verbrennungszentrum propagiert. Dies entspricht weder den zitierten angegebenen Empfehlungen der Leitlinie noch der realen Möglichkeit. Man stelle sich vor, jedes Kind mit einer typischen Inhalationsverbrühung von 10 Prozent Körperoberfläche und Grad-II-Ausdehnung würde einem Verbrennungszentrum zugewiesen. Dies ist weder nötig, noch möglich! Des Weiteren habe ich meine Zweifel, dass auch von hochspezialisierten Plastischen Chirurgen die Ausdehnung der Verbrennungstiefe bei der Erstversorgung gerade im kritischen Bereich zwischen Grad IIa und IIb erkannt werden kann. Hier ist meiner Erfahrung nach erst nach mehreren Verbandswechseln eine sichere Zuordnung möglich. Somit ist die Einschätzung am Unfallort, kombiniert mit Bergung, Kühlung, möglicher Sichtbehinderung durch Verschmutzungen oder Bekleidungsreste nicht mit den Möglichkeiten in der Notaufnahme vergleichbar.

Ähnlich wie die oben erwähnte Empfehlung zur Zuweisung von Kindern ist auch hier die Zitierung von Cone et al. sehr eigenwillig verarbeitet. Cone gibt an, dass die Größe der Ausdehnung in 75 Prozent der Fälle überschätzt wird, von der Verbrennungstiefe ist nichts genannt.

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass Übersichtsarbeiten die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen deutlich aufzeigen oder sich auf eine Gruppe beschränken sollten.
DOI: 10.3238/arztebl.2010.0100a

Dr. med. Hardy Krause
Universitätsklinikum Magdeburg AöR
Leipziger Straße 44
39120 Magdeburg
E-Mail: hardy.krause@med.ovgu.de
1.
Spanholtz TA, Theodorou P, Amini P, Spilker G: Severe burn injuries—acute and long-term treatment [Versorgung von Schwerstverbrannten: Akuttherapie und Nachsorge]. Dtsch Arztebl Int 2009: 106: 607–13. VOLLTEXT
1. Spanholtz TA, Theodorou P, Amini P, Spilker G: Severe burn injuries—acute and long-term treatment [Versorgung von Schwerstverbrannten: Akuttherapie und Nachsorge]. Dtsch Arztebl Int 2009: 106: 607–13. VOLLTEXT

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