ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2010Essstörungen: Einfluss von Mode und Konsum

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Essstörungen: Einfluss von Mode und Konsum

PP 9, Ausgabe Februar 2010, Seite 81

MS

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LNSLNS Was hat Interesse an Mode mit Essstörungen zu tun? Konsumforscherinnen der Illinois State University haben 228 Studentinnen nach ihrem Interesse an Mode und Symptomen von Essstörungen und Kleidungskaufsucht befragt. Es zeigte sich, dass es zwei Typen kleidungskaufsüchtiger junger Frauen gibt. Beiden Störungen ist ein starker Drang zu einer bestimmten Handlung und die Erleichterung, wenn ihm nachgegeben wird, gemeinsam. Dadurch können negative Emotionen, Anspannung, Langeweile oder Depressionen temporär gemildert werden. Der erste Typ ist essgestört (vor allem Heißhungeranfälle), interessiert sich aber nicht besonders für Mode oder dafür, gut gekleidet zu sein. Ihm geht es um das Kaufen an sich. Da dieser Typ oft übergewichtig ist, bevorzugt er Kleidung, die die Figur kaschiert. „Der zweite Typ weist keine Essstörung auf, hat aber ein ausgeprägtes Interesse an Mode und gutem Aussehen“, so die Wissenschaftlerinnen. Im Sinne symbolischer Selbstergänzung versucht er, sich durch vorteilhafte, teure Kleidung aufzuwerten, sein Selbstbewusstsein zu stärken, einem Selbstideal nachzueifern und einen möglichst positiven Eindruck zu hinterlassen. Nach Meinung der Wissenschaftlerinnen sollten sich Therapeuten der Komorbiditäten bewusst sein und vor allem essgestörten Patientinnen nicht empfehlen, Stress durch Shopping abzubauen, da sich die Störungen gegenseitig verstärken können. ms

Trautmann-Attmann J, Widner Johnson T: Compulsive consumption behaviours: Investigating relationships among binge eating, compulsive clothing buying and fashion orientation. International Journal of Consumer Studies 2009; 33(3): 267–273
Tricia Widner Johnson, Dep. of Family and Consumer Sciences, Illinois State University, CB 5060, Normal, IL 61790–5060 (USA), E-mail: twjohn2@ilstu.edu
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