ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2010Ausbildungsreform: Entscheidung noch nicht gefallen
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LNSLNS Mit großem Befremden, aber auch Ärger, lesen wir im Editorial des Ärzteblattes, dass es im neuen Jahr besonders für die Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) viele Änderungen geben wird: So solle es künftig nur noch einen approbierten Beruf nach Abschluss der Ausbildung geben, mit der berufsrechtlichen Erlaubnis, alle Altersgruppen eigenverantwortlich psychotherapeutisch behandeln zu dürfen.

Diese Darstellung der derzeitigen Diskussion in der Psychotherapeutenschaft ist schlicht falsch und tendenziös zugleich. Sie suggeriert, die Entscheidung zu diesem Modell sei bereits gefallen. Wir möchten darauf hinweisen, dass das von Ihnen genannte Modell einer künftigen Gestaltung des Berufs zwar im Raum steht und vom Vorstand der Bundes­psycho­therapeuten­kammer präferiert wird, aber derzeit keineswegs von allen Psychotherapeuten oder gar allen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten unterstützt wird. Schließlich würde es das Ende des eigenständigen Heilberufs KJP bedeuten! Auch das vom BMG veranlasste Forschungsgutachten differenziert hinsichtlich einer möglichen neu strukturierten Ausbildung zum PP/KJP und sieht die derzeitige allgemeine Approbation der Psychologischen Psychotherapeuten ohne Alterseinschränkung ausgesprochen kritisch. Die Diskussion ist in den Kammern und Gremien noch im vollen Gang, so werden im Frühjahr zu verschiedenen Aspekten einer künftigen Neugestaltung der Ausbildung zwei von der Bundes­psycho­therapeuten­kammer organisierte Symposien stattfinden und auch der nächste Deutsche Psychotherapeutentag wird über das weitere Vorgehen zunächst diskutieren und eventuell bestimmte Aspekte abstimmen.

Marion Schwarz, Vorstandsvorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten (bkj),
65307 Bad Schwalbach
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