ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2010Essen Und Werbung: Kinder geködert!
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LNSLNS Die Fernsehwerbung spielt eine besondere Rolle, denn hauptsächlich hierüber werden Konsumbotschaften in die Kinderzimmer getragen. Nicht umsonst investiert die Schokoladen- und Süßwarenindustrie jährlich mehr als 90 Prozent ihres gesamten Werbeaufwands in die TV-Werbung (530 Millionen Euro im Jahr 2006).

Kinder sind besonders leicht beeinflussbar, deshalb sollte Lebensmittelwerbung in Fernsehprogrammen, die sich an Kinder richten, verboten werden. Spiel- und Sammeltrieb und die kindliche Unerfahrenheit beim Einkauf dürfen durch die Werbung nicht ausgenutzt werden. Dies wird von den Verbraucherzentralen seit längerem gefordert. Der Zusammenhang von Werbung und Essverhalten ist auch kein neues Problem. So heißt es beispielsweise in dem bekannten Kinderbuch „Der dicke und der dünne Pit“ aus dem Jahre 1978 wie folgt: „Im Werbefernsehen sah der dicke Pit Mohrenköpfe. Sofort schrie er: ‚Auch!‘ Dann mümmelte er sieben Mohrenköpfe und trank drei Cola.“ (1)

Wenn man bedenkt, dass hierzulande die durchschnittliche Fernsehzeit von Kindern 2,5 Stunden pro Tag beträgt und 15-jährige Jugendliche sogar etwa vier Stunden pro Tag fernsehen, sollten wir endlich beginnen, diese „übergewichtige“ Freizeitbeschäftigung mit Hochdruck auch kinetisch zu intervenieren.
Dr. Martin Hofmeister, Verbraucherzentrale Bayern e.V., Referat Ernährung, 80336 München
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1.
Fischer H, Tschöp G: Der dicke und der dünne Pit. München, Wien: Franz Schneider Verlag 1978.
1. Fischer H, Tschöp G: Der dicke und der dünne Pit. München, Wien: Franz Schneider Verlag 1978.

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