ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2010Krankheitsfrüherkennung: Zu wenig genutzt

POLITIK

Krankheitsfrüherkennung: Zu wenig genutzt

Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-232

Theimer, Christina

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LNSLNS Mit einer Präventionsinitiative will die KBV die Versicherten zu einer stärkeren Teilnahme bewegen.

Die von den Krankenkassen angebotenen Früherkennungsuntersuchungen werden von vielen Versicherten noch nicht genutzt. Dies ergab eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.

So nahmen 2008 nur circa 60 Prozent der 20- bis 40-jährigen Frauen an den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teil. Mit zunehmendem Alter sinkt das Interesse daran. Der allgemeine Gesundheits-Check-up wird noch weniger in Anspruch genommen. Lediglich 41 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen nahmen diesen in den Jahren 2007 bis 2008 in Anspruch. Bei den Männern liegen die Werte noch darunter: 11,8 Prozent der 45- bis 49-Jährigen nutzten 2008 das Angebot zur Krebsfrüherkennung. Beim Check-up wurde bei den Männern im Zweijahreszeitraum eine Teilnahmerate von 42,5 Prozent erreicht.

Dieser unzureichenden Nutzung der Früherkennungsangebote will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit einer Präventionsinitiative begegnen. „Wenn über zehn Jahre lediglich annähernd jeder Vierte an der Früherkennungskoloskopie teilnimmt, dann ist das noch nicht befriedigend.

Ein patientengerechtes Einladungsverfahren soll dazu beitragen, das Interesse an dieser und anderen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zu steigern“, fordert Dr. med. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV. Die Krankenkassen sollen ihre Versicherten künftig mit patientenfreundlichen Schreiben zur Teilnahme an den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen einladen. Diesen Vorschlag will die KBV in den Nationalen Krebsplan und den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss einbringen.

Christina Theimer
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