ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2010Krankenhaus-Report 2010: Prima Argumentationshilfe

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Krankenhaus-Report 2010: Prima Argumentationshilfe

Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-243 / B-213 / C-209

Flintrop, Jens

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Jürgen Klauber, Max Geraedts, Jörg Friedrich (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2010. Schwerpunkt: Krankenhausversorgung in der Krise?. Mit Online-Zugang zum Internetportal www.kranken-hausreport-online.de. Schattauer, Stuttgart 2010, 540 Seiten, kartoniert, 54,95 Euro
Jürgen Klauber, Max Geraedts, Jörg Friedrich (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2010. Schwerpunkt: Krankenhausversorgung in der Krise?. Mit Online-Zugang zum Internetportal www.kranken-hausreport-online.de. Schattauer, Stuttgart 2010, 540 Seiten, kartoniert, 54,95 Euro
Der Krankenhaus-Report 2010 belegt einmal mehr die außerordentliche „Produktivitätssteigerung“ der Krankenhäuser seit der Umstellung des Vergütungssystems auf diagnosebezogene Fallpauschalen im Jahr 2004. So reduzierte sich die Zahl der Krankenhäuser zwischen 2002 und 2007 um 5,64 Prozent, entsprechend nahm auch die Zahl der aufgestellten Betten ab (um 7,1 Prozent). Parallel sank die Verweildauer um 8,3 Prozent, die Fallzahl erhöhte sich parallel um 1,3 Prozent. Einher- ging diese Entwicklung mit einem Personalabbau – allerdings nur beim nichtärztlichen Personal. Die Zahl der in Vollzeit beschäftigten Ärztinnen und Ärzte erhöhte sich zwischen 2002 und 2007 um 15 Prozent.

Statistiken wie diese sind es, die den Krankenhaus-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK seit 1993 zu einem wichtigen Nachschlagewerk für Krankenhausmanager, Gesundheitspolitiker und Gesundheitsökonomen machen. Aber auch Klinikärzten bietet die aktuelle Ausgabe viele spannende Daten und Analysen, die als Argumentationshilfe in Diskussionen mit Krankenhausgeschäftsführungen oder Kostenträgern dienen können.

Wer den Report aufschlägt, sollte sich jedoch bewusst sein, wessen Handschrift er trägt: nämlich die des AOK-Bundesverbandes. Die Aussage, dass Deutschland im internationalen Vergleich immer noch überdurchschnittliche Kapazitäten in der stationären Versorgung habe, verwundert daher nicht. Die AOK-Autoren sehen deshalb weitere Effizienzreserven im Krankenhausbereich: Um zwei bis vier Milliarden Euro könnten die jährlichen Ausgaben für die stationäre Versorgung gekürzt werden, meinen sie; etwa durch den Einstieg in Selektivverträge. Kein Wort davon, welche Folgen die Aufhebung des Kontrahierungszwangs für die Krankenhausplanung oder auch die Wahlfreiheit der Versicherten hätte.

Der Datenteil des Reports umfasst die Grund-, Kosten- und Diagnosedaten des Statistischen Bundesamtes für Krankenhäuser und für Rehabilitationseinrichtungen (jeweils von 2007). Ergänzt werden diese Daten durch die sehr lesenswerte Krankenhaus-Chronik für den Berichtszeitraum August 2008 bis Juni 2009. Darüber hinaus ermöglicht ein im Buchumschlag abgedruckter Code den Zugang zu einem Internetportal, unter dem alle Abbildungen und Tabellen sowie die Chroniken seit dem Jahr 2000 abgerufen werden können.

Wie gesagt: Der Krankenhaus-Report 2010 ist eine Datensammlung, die vielseitig verwendbar ist – auch für Ärztinnen und Ärzte.
Jens Flintrop
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