ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2010Kulturkalender: Von Industrie- und Sakralbauten

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Kulturkalender: Von Industrie- und Sakralbauten

Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-248

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Bonn
26. Februar bis 20. Juni:
Byzanz – Pracht und Alltag
324 n. Chr. verlegte Kaiser Konstantin der Große seine Hauptresidenz in den florierenden Osten des Römischen Reichs, nach Byzanz, das nach seinem Tod in Konstantinopel umbenannt wurde. Zwischen der Herrschaft Justinians I. (527–565) und der Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204) florierte das Byzantinische Reich. In der außergewöhnlichen Verbindung von Christentum und Antike erlebte es seine Blütezeit: Es entstand eine reiche und vielfältige Kultur, die mit ihrer eigenständigen Sakralarchitektur, ihren Mosaiken, ihrer Ikonen-, Buch- und Wandmalerei weitreichenden Einfluss auch auf den Westen ausübte. Mit mehr als 600 Leihgaben aus der ganzen Welt rekonstruiert die Ausstellung Pracht und Alltag byzantinischer Lebenswelten.
Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Foto: Hilla Becher, Düsseldorf
Foto: Hilla Becher, Düsseldorf
Bottrop
Bis 2. Mai:
Bergwerke und Hütten
Das Fotografenehepaar Bernd und Hilla Becher, aus deren legendären Düsseldorfer Klasse Künstler wie Ruff, Gursky oder Struth hervorgingen, arbeitete mehr als 40 Jahre an einer Bestandsaufnahme von Industrieanlagen in Deutschland, Europa und den USA. Für sie sind die Fabrikhallen, Fördertürme, Gasbehälter oder Stahlöfen „anonyme Skulpturen“, Anlagen mit eigenständiger künstlerischer Qualität, die aber vom Betrachter oftmals nicht wahrgenommen wird. Die Industriearchitektur des Ruhrgebiets stand von Anfang an im Fokus der Bechers. Ihre „Bergwerke und Hütten“ sind innerhalb des Kulturhauptstadtjahrs „Ruhr. 2010“ im schönen Josef-Albers-Museum Quadrat ausgestellt. Bild: Zeche Dahlhauser Tiefbau, Bochum 1964.
Josef-Albers-Museum Quadrat, Im Stadtgarten 20, Di.–Sa. 11–17, So. 10–17 Uhr

Hamburg
12. Februar bis 9. Mai:
Pop Life. Art in a Material World
Von der Tate Modern in London ist die spektakuläre Schau an die Elbe gereist: „Pop Life“ handelt von bekannten Gegenwartskünstlern, die sich strategisch gezielt in den Medien vermarkten, offen kommerziellen Erfolg anstreben und dabei herausragende Werke hervorbrachten. Der erste Teil der Ausstellung ist Andy Warhol gewidmet, dessen Maxime, dass gute Geschäfte die beste Kunst seien, zum Credo für eine Vielzahl jüngerer Künstler geworden ist. So reflektiert die Schau zentrale Positionen und Vermarktungsstrategien von Keith Haring, Jeff Koons, den Young British Artists Martin Kippenberger und Maurizio Cattelan sowie von Damien Hirst und Takashi Murakami. Letzterer gründete für seine künstlerischen Produkte einen eigenen weltumspannenden Konzern namens Kaikai Kiki Co. Ltd.
Kunsthalle, Glockengießerwall,
Di.–So. 10–18, Do. 10–21
(vor Feiertagen 10–18) Uhr

Frankfurt/Main
Bis 9. Mai:
Georges Seurat
Einen so starken Andrang wie Botticelli im Städel dürfte er nicht auslösen, aber auch Georges Seurat ist ein Publikumsmagnet. Der französische Neoimpressionist schuf bis zu seinem frühen Tod im Alter von 31 Jahren ein bedeutendes Œuvre: In seinen Bildern setzte er Farben in genau ausgeklügelten Kontrastbeziehungen als einzelne kleine Punkte nebeneinander, die sich auf der Netzhaut des Betrachters vermischen. Seurat wurde so zum Begründer des Pointilismus. In der Schirn vermitteln circa 60 Gemälde, Ölstudien und Zeichnungen aus internationalen Sammlungen einen Überblick über sein Schaffen.
Schirn-Kunsthalle, Römerberg, Di. und Fr.–So. 10–19, Mi./Do. 10–22 Uhr

München
12. Februar bis 2. Mai:
Ed Ruscha. 50 Jahre Malerei
Das Werk des West-Coast-Künstlers Ed Ruscha (*1937) ist durch die USA der 1950er und 1960er Jahre geprägt: die „Route 66“, Los Angeles und Hollywood, die Phänomene der Massenkultur, deren Banalität er ungeschönt zeigt. Ruscha arbeitet mit den vielfältigsten Medien. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen seine Gemälde, die nun erstmals in einer Retrospektive von Ende der 50er Jahre bis heute zu sehen sind. Auch darin integriert der Künstler grafische Elemente, Wortlandschaften oder Komponenten, die der Ästhetik des Films entlehnt sind.
Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, Mo.–So. 10–20, Do. 10–22 Uhr
Sabine Schuchart

Der besondere Tipp
Körperbilder der Moderne
Fotos: Debschitz, www.fritz-kahn.com
Fotos: Debschitz, www.fritz-kahn.com
Für ihn war der Mensch die leistungsfähigste Maschine der Welt: In den
„Fritz Kahn – Maschine Mensch“ (bis 11. April): Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Di./Do./Fr./So. 10–17, Mi./Sa 10–19 Uhr
„Fritz Kahn – Maschine Mensch“ (bis 11. April): Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Di./Do./Fr./So. 10–17, Mi./Sa 10–19 Uhr
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20er Jahren veröffentlichte der Gynäkologe und Erfolgsautor Dr. med. Fritz Kahn (1888–1968) sein fünfbändiges Hauptwerk „Das Leben des Menschen“, in dem er anhand spektakulärer Illustrationen komplexe Analogien zwischen Körper und Technik herstellte. Inzwischen wiederentdeckt, sind die Zeichnungen nicht nur für Mediziner und Wissenschaftler, sondern auch für Künstler eine Inspirationsquelle. Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité zeigt im Rahmen seiner Reihe Kunst im medizinischen Kontext Kahns „Körperbilder der Moderne“ – mehr als 100 Exponate.
„Fritz Kahn – Maschine Mensch“ (bis 11. April ): Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, Di./Do./Fr./So. 10–17, Mi./Sa 10–19 Uhr

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