ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2010IT-Schlüsselthemen: Sparen mit „Grüner IT“

TECHNIK

IT-Schlüsselthemen: Sparen mit „Grüner IT“

Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-250 / B-218 / C-214

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: dpa
Foto: dpa
Wie sich der Unternehmenserfolg durch den IT-Einsatz optimieren lässt, wird zunehmend ein Thema für Krankenhäuser.

Die Wertschätzung der IT im Management der Krankenhäuser ist unstrittig. „Die IT-Strategie und ihre Umsetzung durch das IT-Management dient der Erreichung der Unternehmensziele“, erklärte Heinz Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren e.V. (VKD), in seiner Einleitung zur „Entscheiderfabrik 2009“ in Düsseldorf*. Das IT-Servicemanagement ermögliche sektorenübergreifende Versorgungsprozesse, unterstütze die Dokumentation und fördere die Konvergenz von IT und Medizintechnik. Bei der Veranstaltung wurden die Ergebnisse zu den fünf IT-Schlüsselthemen der Entscheiderfabrik – Green IT, Unternehmenssteuerung, Versorgungsmanagement, mobile Lösungen sowie IT und Medizintechnik – vorgestellt. Die Themen werden jedes Jahr neu festgelegt und in mehreren Workshops bearbeitet.

Energieverbrauch und -kosten steigen
Beispiel Green IT: Die Krankenhäuser kämpfen mit dem zunehmenden Energieverbrauch in ihren Rechenzentren und mit steigenden Energiekosten. Nur ein bescheidener Teil entsteht davon jedoch durch die tatsächliche IT-Nutzung. So werden 30 Prozent der verbrauchten Energie für die IT-Geräte selbst eingesetzt, 70 Prozent entfallen auf Kühlung, Raumklima, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung, unterbrechungsfreie Stromversorgung et cetera. Darauf verwies Dr. Andreas Beß, IT-Berater bei MGM – Management-Beratung im Gesundheitswesen. Für Krankenhäuser ergeben sich dadurch viele Fragen, etwa: Wie hoch ist der Energiekostenanteil an den gesamten IT-Kosten? Lassen sich diese Kosten beeinflussen? Welche analyserelevanten Parameter kommen dabei in Betracht? Was ist bei der Einrichtung eines neuen Rechenzentrums zu beachten?

So könne man den Endgerätebereich, die Netzwerkinfrastruktur (Sprach- und Datenkommunikation), die Rechenzentrumsinfrastruktur und die „klassische“ Serverlandschaft in eine detaillierte Analyse mit einbeziehen, erläuterte Beß. Allerdings ist die Ermittlung des Energieverbrauchs, etwa bei der Netzwerk- und der Rechenzentrumsinfrastuktur, komplex: Messparameter, um die „Verbräuche“ zu ermitteln, und Referenzwerte oder -modelle, zum Beispiel im Hinblick auf das Nutzerverhalten, fehlen noch. Das Fazit des Experten: „Green IT ist kein Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe.“

Prozessoptimierung durch das Vernetzen von IT und Medizintechnik sei ebenfalls ein „heißes Thema, das auch das Krankenhausmanagement angeht“, betonte Dr. Uwe Gansert, IT-Leiter der Kliniken der Stadt Ludwigshafen. Häufig werde Medizintechnik noch in einzelnen Geräten gedacht. Ob ein Gerät in eine vorhandene Infrastruktur passt oder bestimmte Daten ohne Medienbrüche liefert, stellt sich in vielen Fällen erst zu spät heraus.

Synergetische Nutzung von Medizintechnik und IT
Die Verringerung von Kosten und effizientere Prozesse seien möglich, meinte der Experte. Eine Voraussetzung dafür ist die Nutzung einer standardisierten Kommunikations- und Geräteinfrastruktur. Die „synergetische Nutzung von Medizintechnik und IT“ kann nach Gansert zu einer Verbesserung der Patientensicherheit und in der Folge auch zu einer höheren Patientenzufriedenheit beitragen. So lässt sich die Sicherheit etwa durch die eindeutige Zuordnung von Patient und patientenbezogenen Daten und durch Vermeidung von Fehlern bei der Datenübertragung erhöhen. Eine schnellere Datenübermittlung und die hohe Verfügbarkeit der Patientendokumentation ermöglichen zudem eine schnellere Diagnose und letztlich eine kürzere Behandlungsdauer.

Allerdings berge die zunehmende Vernetzung auch Risiken, denn „jeder Baustein in der Kette ist kritisch“, sagt Gansert. Um die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern zu gewährleisten und die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes und des Datenschutzes zu erfüllen, sind ein Betriebs- und Risikomanagement für die vernetzte Medizintechnik unerlässlich. Ein Konzept dafür muss zum Beispiel den Virenschutz bei Medizintechnik umfassen und das Veränderungsmanagement auch für Medizinprodukte sicherstellen.
Heike E. Krüger-Brand

*Veranstalter: Initiative für Unternehmensführung und IT-Management in der Gesundheitswirtschaft (IuiG) und VKD während der Medica.

Die „Entscheiderfabrik“ dient als Austausch- und Projektplattform von Führungskräften aus Krankenhäusern, Industrie und Beratungsunternehmen, um den IT-Einsatz in Krankenhäusern voranzutreiben und zu optimieren. Informationen unter www.guig.org
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema