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Werner W. Franke: Forscher und Dopingkritiker

Dtsch Arztebl 2010; 107(6): A-245 / B-215 / C-211

Siegmund-Schultze, Nicola

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Werner W. Franke. Foto: dpa
Werner W. Franke. Foto: dpa
Prof. Dr. rer. nat. Werner Franke ist am 31. Januar 70 Jahre alt geworden, und er wirkt kein bisschen müde. Täglich arbeitet er am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Über seine Pensionierung hinaus leitet er dort als Helmholtz-Professor eine Arbeitsgruppe für Zellbiologie. Der breiten Öffentlichkeit ist Franke vor allem als unerschrockener Kämpfer gegen Doping im Leistungssport bekannt. Zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte Berendonk, bis 1958 Leichtathletik-Spitzensportlerin in der früheren DDR und nach der Ausreise in den Westen auch in der Bundesrepublik, hat Franke systematisches Doping in beiden Teilen Deutschlands angeprangert.

Hören wollte von den Praktiken in Deutschland lange niemand, auch nicht die Sportmedizin. Franke galt als Querulant. So mussten er und seine Ehefrau sich in circa zwei Dutzend Gerichtsverfahren Vorwürfen wie Falschaussage oder Verleumdung gegenüber Sportlern, Verbänden, Trainern oder Medien stellen. Die meisten Prozesse hat Franke gewonnen. Es würden die „falschen Helden“ gefeiert, heißt es im Buch „Der verratene Sport“ (2007 mit Udo Ludwig als Koautor veröffentlicht). „Ich werde so lange den Mund aufmachen, zum Beispiel zum Thema Doping, wie mich die Tatsachen provozieren und andere schweigen“, sagte er zum Deutschen Ärzteblatt.

Franke stammt aus Paderborn und hat in Heidelberg Biologie, Chemie und Physik studiert. 1973 ging er ans DKFZ, wo er die Abteilung Zell- und Tumorbiologie leitete. Seine Schwerpunkte sind Zelldifferenzierung und Krebsentstehung. Nicola Siegmund-Schultze
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