ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Behandlungsfehler: Hoppe gegen zentrales Register

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Behandlungsfehler: Hoppe gegen zentrales Register

Dtsch Arztebl 2010; 107(7): A-259 / B-227 / C-223

Hibbeler, Birgit

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LNSLNS Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die Forderung des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), nach einem zentralen Register für Behandlungsfehler zurückgewiesen. „Wir brauchen kein Zwangsregister für Behandlungsfehler, sondern endlich vernünftige Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte“, sagte der BÄK-Präsident, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe. Damit könnten viele Fehler vermieden werden.

Ziel müsse es sein, dass Ärzte ohne Angst über Pannen sprechen und aus ihren Fehlern lernen könnten. Hoppe plädierte für eine „systematische und auf Freiwilligkeit beruhende Aufarbeitung von Fehlern im Sinne einer Fehlervermeidungskultur“. Im Übrigen hätten sich die bei den Ärztekammern eingerichteten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bewährt.

Zöller hatte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ angekündigt, eine Meldepflicht für Fehler vorschreiben zu wollen. Die Daten sollen anonym, ohne Nennung des Arztes, erfasst werden. Verankern will Zöller die Pflicht im Patientenrechtegesetz, das 2011 in Kraft treten soll. Der CSU-Politiker mahnte auch eine Reform der Schlichtungsstellen an: „Da macht ein guter Kollege ein oder zwei Gutachten, und der Patient bleibt fast immer auf der Strecke.“

Mittlerweile relativierte Zöller Teile seiner Äußerungen. Er könne sich auch dezentrale Lösungen vorstellen – etwa auf Länderebene oder in den Kliniken. BH
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