ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Sexualität: Junge Amerikaner nur lückenhaft aufgeklärt

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Sexualität: Junge Amerikaner nur lückenhaft aufgeklärt

Dtsch Arztebl 2010; 107(7): A-260 / B-228 / C-224

Schmitt-Sausen, Nora

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LNSLNS Die meisten jungen US-Amerikaner meinen, eine Schwangerschaft sollte geplant sein, doch etwa die Hälfte verhütet nicht regelmäßig. In einer Studie der „National Campaign to Prevent Teen and Unplanned Pregnancy“ gaben 29 Prozent der unverheirateten Frauen zwischen 18 und 29 Jahren zudem an, dass sie in den kommenden drei Monaten möglicherweise ungeschützten Geschlechtsverkehr haben werden. Bei den Männern waren es 42 Prozent. 63 Prozent aller Befragten sagten, dass sie nur wenig oder gar nichts über die Antibabypille wüssten, 30 Prozent waren kaum über den Gebrauch von Kondomen informiert.

Aufklärungsunterricht über sicheren Geschlechtsverkehr findet in den USA häufig nicht statt. Foto: AP
Aufklärungsunterricht über sicheren Geschlechtsverkehr findet in den USA häufig nicht statt. Foto: AP
US-Gesundheitsexperten erklären sich diese Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln damit, dass an vielen amerikanischen Schulen nur mangelhaft aufgeklärt wird: Die Lehrer erziehen die Schüler nach einem Bundesgesetz von 1996 zu „abstinence only“, statt ihnen zu erläutern, wie sie sicheren Geschlechtsverkehr haben können. Die Regierung des ehemaligen Präsidenten George W. Bush investierte etwa eine Milliarde US-Dollar in diese Art der moralischen Erziehung. Der amtierende Präsident Barack Obama unterzeichnete nun ein Gesetz, das 114 Millionen Dollar für die Aufklärung der amerikanischen Jugendlichen freisetzt und die staatlichen Investitionen in die Abstinenzkampagne beendet.

Die USA haben die höchste Rate von Teenagerschwangerschaften unter den westlichen Industrienationen. Im Jahr 2006 kamen auf 1 000 Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren 41,9 Geburten. In Deutschland liegt die Zahl bei 10,1. nos
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