ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Ärztliche Werte: Moralischer Zeigefinger
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Sehr geehrter Herr Professor,

mit Interesse habe ich Ihren Beitrag im DÄ gelesen. Ich versuche, Ihrer Sichtweise und Argumentationslinie zu folgen. Was Sie beschreiben, ist die gesellschaftliche Realität.

Wir erleben eine Zeit des götzenhaften Individualismus, vorangetrieben von Menschen, die Partikularinteressen vertreten.

Altruismus (oder Nächstenliebe?) ist eigene Dummheit, verkommt zum Schimpfwort. Stattdessen herrscht eine Eiseskälte, und die ist nicht nur witterungsbedingt.

Es ist bei ständig sinkenden Arzteinkommen, in den letzten 20 Jahren 50 Prozent laut „Stern“-Report, und einem durch die Gesundheitspolitik à la Schmidt/Lauterbach in trauter Eintracht mit der KBV zu verantwortenden innovativen Honorarsystem schwer erträglich, wenn Sie sich als der moralische Zeigefinger der Ärzteschaft positionieren und gebetsmühlenhaft Ratschläge ex cathedra erteilen. Was Sie kritisieren, ist das logische Ergebnis dessen, was Sie und andere Berufspolitiker durch ihr Handeln, oder Nichthandeln, zu verantworten haben. Indem Sie die Argumente liefern, betreiben Sie genau das Geschäft derer, in deren „Fokus“ Teile der Ärzteschaft, zu Recht oder Unrecht, stehen. Was meinen Sie, was BILD, WDR, RTL etc. aus Ihrem Beitrag machen werden? . . .
Hans Peter Grätz, 42287 Wuppertal
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