ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Ärztliche Werte: Danke
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Ich möchte dem Präsidenten für seinen mutigen und engagierten Beitrag unter dem Titel „Moral ist wichtiger als Mammon“ danken. Die hier angesprochene Fragestellung entspricht – nach meiner fast 40-jährigen ärztlichen Tätigkeit in verschiedenen Krankenhäusern, Disziplinen und Praxis – dem, was in unserem Gesundheitswesen als Diskurs ansteht.

Der ärztliche Philosoph und lebenslang schwer kranke Patient Karl Jaspers hat bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in scharfsinnigen Analysen darauf hingewiesen, dass Reformen im Gesundheitswesen nur von den Ärzten selbst ausgehen können und dafür ein wirksames ärztliches Ethos nötig ist. Die vielen politisch betriebenen Reformversuche (bis hin zu sogenannten Jahrhundertreformen) der letzten 25 Jahre mit einer mittleren Halbwertszeit von circa drei Jahren geben Jaspers recht. So gesehen ist die Krise im Gesundheitswesen eine ärztliche Krise, und der zunehmende Freiheitsverlust im Gesundheitswesen wird sich nur durch die Ärzteschaft lösen lassen. Dabei ist es – darauf hat auch Hoppe hingewiesen – von herausragender Bedeutung, dass die Ärzte nicht ihr (noch) hohes Sozialprestige aufs Spiel setzen. Es wäre eine Katastrophe für den Ärztestand (und das Gesundheitswesen), wenn sich der Eindruck in der Gesellschaft verfestigt, die Ärzte sprächen von Moral und meinten ihr Portemonnaie . . .
Dr. med. Christof Schnürer, 79410 Badenweiler
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