ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Ärztliche Werte: Gemeinsam kämpfen
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Sehr geehrter Herr Kollege Hoppe, seit 1981 bin ich als Allgemeinarzt niedergelassen und empfinde Ihre Worte geradezu als Hohn. Mit Moral kann ich weder Miete noch Mitarbeiter bezahlen. Fakt ist, dass ich in den 80er Jahren pro Patient zwischen 80 bis 130 DM pro Quartal erhielt. Dabei wurde Leistung bezahlt und nicht wie jetzt Chipkarteneinlesen und Pauschale kassieren. Heute – knapp 30 Jahre später – erhalte ich 40 Euro und 40 Euro sind nicht 80 DM. Euro und alte DM sind nahezu identisch. Denn die Preise sind zwischenzeitlich gewaltig gestiegen.

Will man nicht bankrottgehen, und hier rettet uns im Gegensatz zu den Banken keine Bundesregierung, so bleiben als zwingende Konsequenzen: Leistungen einschränken, Leistungen nicht mehr anbieten und Leistungen privat kassieren.

Ich habe eine Tochter und einen Schwiegersohn, die in Tübingen als Ärzte tätig sind. Was meinen Sie, warum diese überlegen, ins Ausland zu gehen, warum letztes Jahr 3 500 Kolleg(inn)en, die wir hier für etwa 450 000 Euro ausgebildet haben, Deutschland den Rücken gekehrt haben? Warum der Anzeigenteil des DÄ bereits mehr als 50 Prozent der Ausgabe ausmacht? . . .

Wir bezahlen an eine berufliche Zwangsorganisation, entrichten KV-Verwaltungsbeiträge. Im Gegensatz zu unserem Einkommen sind die Gehälter . . . in dieser Zeit nur gestiegen . . .

Das Jahr hat erst begonnen. Lassen Sie uns gemeinsam für ein adäquates Honorar kämpfen. Dafür haben wir Sie gewählt. Für Moralpredigten ist mein Pfarrer zuständig.
Dr. med. Peter Göhring, 75382 Althengstett
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