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Da Ergebnisse meiner sozialwissenschaftlichen Erhebungen in dem Leserbrief von Herrn Michael Schröter-Kunhardt (Heidelberg) in sehr verfälschender Weise wiedergegeben werden, sehe ich mich gezwungen, auf diesen Leserbrief zu reagieren. Der Autor konfundiert in tendenziöser Absicht gleichgeschlechliche Sexualkontakte unter volljährigen Männern mit pädosexuellen Kontakten und unternimmt diese Gleichsetzung, nachdem er sowohl einige Ergebnisse aus meinen Erhebungen unter Männern, die Sex mit Männern haben, als auch Studien von Kollegen zitiert hat. Er bezieht sich in seiner Argumentation fortlaufend auf unterschiedliche Convenience-Samples (also nicht repräsentative Stichproben) und hinterfragt in keiner Weise, ob die Ergebnisse einer erwähnten Studie überhaupt vergleichbar sind mit den Ergebnissen anderer Studien . . . Er übersieht dabei zudem, dass er einen Großteil pädosexueller Kontakte den von mir befragten homosexuellen Männer zu Unrecht unterstellt, da er nicht zur Kenntnis nehmen will, dass ein signifikanter Anteil solcher Kontakte von verheirateten Familienvätern und anderen Personen (z. B. katholische Priester) eingegangen werden, die entweder eine heterosexuelle Fassade pflegen oder sich zu sexueller Abstinenz verpflichtet haben. Dieser Personenkreis beteiligt sich aus nachvollziehbaren Gründen nicht an Umfragen, da eine homosexuelle/schwule/queere Selbstdefinition gerade in dieser Gruppe strikt vermieden wird.

Die Ergebnisse der angeführten niederländischen Studie, die besagen, dass Partnerschaften unter homosexuellen Männern 1,5 Jahre nicht überdauern, entsprechen nicht den Ergebnissen der in Deutschland durchgeführten Erhebungen . . . Die Ergebnisse der Studien von Prof. Dr. Gunter Schmidt (Hamburg) wie auch die anderer Kolleg(inn)en gehen in eine ganz andere Richtung, aber auch mit diesen Ergebnissen wird sich Herr Schröter-Kunhardt nicht auseinandersetzen wollen, da sie nicht in sein homophobes Weltbild passen.
Dr. rer. pol. Michael Bochow, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin, Forschungsgruppe Public Health, 10785 Berlin
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