ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2010Studie: Offen homophobe Positionen
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Die exzellenten Ergebnisse der im Auftrag des BMJ von zwei bayerischen Staatsinstituten durchgeführten ersten repräsentativen deutschen Studie über Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften zeigen Wirkung – wie zu erwarten nicht nur positive. Dies zeigen auch zwei offen diskriminierende Leserbriefe im DÄ.

Dr. Michael Schröter-Kunhardt, Facharzt für Psychiatrie, ist bekennend homophob und ein eifriger Schreiber von Leserbriefen gegen Homosexualität, wenn sie auch nur im Entferntesten als eine natürliche und gesunde Facette sexueller Orientierung betrachtet wird . . .

Falls jetzt Verwirrung aufkommen mag, Homosexualität wurde bereits 1974 von der amerikanischen Psychiatervereinigung (APA) von der Liste der psychischen Störungen gestrichen und 1992 aus dem weltweit anerkannten Krankheitskatalog der Welt­gesund­heits­organi­sation, der ICD-10, entfernt.

Dr. Schröter-Kunhardt bemüht eklektische Belege für eine größere Gefahr des sexuellen Missbrauchs durch Homosexuelle aus den 70er und 80er Jahren, die heute jeder wissenschaftlich fundierten Grundlage entbehren . . .

Fakt ist:
– Lesbische Mütter und schwule Väter stehen in ihrer elterlichen Kompetenz heterosexuellen Eltern in nichts nach. Alle feststellbaren Unterschiede im Erziehungsverhalten und Familienklima fördern ausnahmslos das Wohl der Kinder: Lesbische Mütter und schwule Väter haben durchweg eine gute Beziehung zu ihren Kindern, die sich durch Fürsorglichkeit und Zugewandtheit auszeichnet . . .

– Bei den befragten Kindern und Jugendlichen in Regenbogenfamilien finden sich keine Anzeichen für erhöhte „Verwundbarkeit“, wie zum Beispiel eine erhöhte Neigung zu Depressionen oder psychosomatischen Beschwerden, ganz im Gegenteil, sie entwickeln sich sogar zu stabileren Persönlichkeiten als Kinder aus anderen Familienformen . . .

– Entsprechend bewerten die Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, ihre Familiensituation durchweg positiv und fühlen sich in ihrer Entwicklung eher gefördert als beeinträchtigt, und das ganz ohne Schönfärberei . . .
Dr. Elke Jansen, Projekt „Regenbogenfamilien“, Familien- und Sozialverein des LSVD, 50667 Köln
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